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Der Nationalpark Harz

Eine besondere Landschaft

Der Nationalpark Harz ist einer der größten deutschen Waldnationalparke und der erste länderübergreifende Nationalpark Deutschlands. 97 Prozent der Nationalparkfläche sind mit Wald bedeckt. Mit nahezu 25.000 Hektar Fläche nimmt er rund 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes ein. Mehr als 7.200 Tier- und Pflanzenarten finden hier eine geschützte Zuflucht.

Mitten in einer vielfältigen Berglandschaft thront der 1.141 Meter hohe Brocken als höchster Punkt des Nationalparks. Der sagenumwobene Berg ist Teil einer herb-romantischen Landschaft, geprägt von dichten Laub- und Nadelwäldern, steilen Bergzügen, Felsen, Klippen, Mooren und Gebirgsbächen. Einmalig in Deutschland: Die natürliche Waldgrenze liegt im Harz bereits bei 1.100 m Höhe. Grund dafür sind die extremen Witterungsverhältnisse in den Hochlagen des Harzes und auf dem Brocken: eisige Kälte, sprühende Nässe und tosender Sturm.

Das extreme Klima prägt die Tier- und Pflanzenwelt. In den kargen Bergheiden, Felsen und Mooren des Harzes haben einzigartige Relikte der Eiszeit überdauert. Pflanzen und Tiere, die sonst nur in kühlen Klimaregionen vorkommen, sind hier zuhause.

Nationalpark Harz - ein paar erstaunliche Fakten ...

... über die Höhenlage

Das Gebiet des Nationalpark Harz umfasst eine Höhendifferenz von mehr als 900 Metern.

Von seinen Randzonen mit einer Höhe von ca. 230 Meter im Norden bzw. 270 Meter im Süden steigt der Nationalpark bis auf 1.141 Meter am höchsten Punkt des Brockens kontinuierlich an.

Bei guter Fernsicht sind vom Brocken folgende Sichtmarken zu sehen:

  • Hoher Meißner (80 km)
  • Thüringer Wald mit Großem Inselsberg, Beerberg und Schneekopf (112 km)
  • Kaufunger Wald (110 km)
  • Leipzig/Völkerschlachtdenkmal (130 km)
  • Habichtswald (130 km)
  • Rhön mit Wasserkuppe (152 km)
  • Kahler Asten/Sauerland (169 km)
  • Taufstein/Vogelsberg (173 km)
  • Erzgebirge mit Fichtelberg und Keilberg (230 km)

... über das Klima

Das Klima in den Hochlagen des Nationalparks ist in allen Belangen extrem. Im Januar ähneln die Temperaturen des Hochharzes denen Nord-Islands, im Juli denen des nördlichen Eismeers.

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt auf dem Brocken lediglich ca. 3,5 ° Celsius (Mittelwert 1981-2010) und entspricht damit der Südschwedens – im Gegensatz zu durchschnittlichen 9 ° Celsius in Deutschland insgesamt. Nur im Juli und August gibt es auf dem Brocken in der Regel keine Frosttage.

West- und Südwestwinde erreichen hier ebenfalls Superlative und schwellen regelmäßig zu Orkanstärke an. Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit betrug 263 Kilometer pro Stunde (km/h) am 24.11.1984.

Der Brockengipfel ist zudem der nebligste Ort Deutschlands. An mehr als 300 Tagen im Jahr versinkt er zeitweise im Nebel. Den Deutschlandrekord hält der Brocken seit dem Jahr 1958, in dem 330 Nebeltage verzeichnet wurden.

In den Gipfellagen sind 1.800 Millimeter Niederschlag im Jahr keine Seltenheit – als Regen oder Schnee. Die größte Schneehöhe erreichte der Brocken am 14. und 15. April 1970, als die mittlere Schneehöhe 3,80 Meter betrug. Schneeverwehungen türmen sich gelegentlich sogar bis 6 Meter Höhe auf.

... über die Vegetationszonen

Sechs Vegetationszonen reihen sich vom Tiefland bis zur Brockenkuppe aneinander und sind so bei einer einzigen Wanderung wie im Zeitraffer zu erleben.

Der Harz ist das einzige deutsche Mittelgebirge mit einer natürlichen, klimatisch bedingten Waldgrenze. Sie liegt bei 1.100 Meter über Meereshöhe.

Zwischen Harzrand und Brockenkuppe unterscheidet sich die Dauer der Hauptvegetationszeit um ganze 90 Tage. Sie verkürzt sich bergauf vom Harzrand mit 185 Tagen bis auf 95 Tage im Gipfelbereich des Brockens.