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Datum: 09.11.2017

Harzer Hilfe für das Thüringer Auerhuhn-Projekt

Zwei Nachwuchs-Hennen aus dem Schaugehege Lonau übergeben

Jüngst konnte der Betreuer des Auerhuhn-Schaugeheges des Nationalparks in Lonau, der Nationalpark-Ranger Jens Heim, zwei erst in diesem Jahr hier geschlüpfte Auerhennen an das Thüringer Auerhuhn-Projekt übergeben. Mit großer Freude übernahm Michael Schmidt, Mitarbeiter des Forstamts Saalfeld-Rudolstadt, die Tiere.

Das Auerhuhn-Schaugehege des Nationalparks Harz befindet sich im Herzberger Ortsteil Lonau. Es ist durch einen kurzen, ca. 15-minütigen Spaziergang von der Nationalpark-Informationsstelle und Rangerstation im Dorfgemeinschaftshaus Lonau zu erreichen und zeigt in verschiedenen Volieren die beiden Raufußhuhn-Arten Auerhuhn und Birkhuhn. Nach der Auflösung der Revierförsterei Jagdhaus im Jahr 2013 betreuen die Lonauer Ranger das Auerhuhn-Schaugehege, in dem immer wieder auch Nachwuchs ausgebrütet wird.

„Dies zeigt, dass den Tieren in dem naturnahen Gehege sehr gute Lebensbedingungen geboten werden, so Meike Hullen, zuständige Fachbereichsleiterin im Nationalpark Harz. „Die Hennen werden unserem Artenschutzprojekt für diese vom Aussterben bedrohten Tiere sehr helfen“, so Michael Schmidt bei der Übergabe.

Hintergrund: Auerhühner im Harz

Zusammen mit den Nadelbäumen haben die Auerhühner nach der letzten Eiszeit Europa besiedelt. Mit der sich verändernden Landschaft wurden die Lebensräume für die anspruchsvollen Raufußhühner immer knapper, so dass sie in die Gebirgs- und Mittelgebirgsregionen abgedrängt wurden. In der jüngeren Vergangenheit haben menschliche Nutzungen vielerorts zum Verschwinden der Auerhühner geführt, so auch im Harz Anfang des 20. Jahrhunderts. Seit 1978 wurden, begonnen durch die Niedersächsische Landesforstverwaltung und fortgeführt durch den Nationalpark Harz, Auerhühner gezüchtet und in den Hochlagen des Harzes ausgewildert. Knapp 1000 Tiere wurden aufgezogen und ausgewildert. Mit Ende des Jahres 2003 wurde das Projekt allerdings mangels absehbaren mittelfristigen Erfolges eingestellt. Zwischenzeitlich ist der Vogel im Harz praktisch wieder ausgestorben.

Dass der Auerhahn früher in hohem Ansehen gestanden hat, lässt sich noch heute an vielen Ortsbezeichnungen erkennen. Der Herzberger Ortsteil Lonau identifiziert sich so stark mit dem Auerhuhn, dass das Tier in das Ortswappen aufgenommen wurde und auf dem Ortseingangsschild die Gäste begrüßt.