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Rundwanderweg Oderteich

Wanderwege

Länge: 4 Kilometer

Dauer: 1,5 Stunden

 

Der Oderteich wurde zwischen 1715 und 1722 errichtet. Zusammen mit dem Rehberger Graben versorgte er einst die Sankt Andreasberger Bergwerke mit Wasser, so dass auch bei Trockenheit immer genug Aufschlagwasser für den Betrieb der so genannten „Künste“ zur Verfügung stand. Heute gehört der Oderteich zum UNESCO Weltkulturerbe Oberharzer Wasserwirtschaft. Noch immer wird sein Wasser zur Stromerzeugung für Sankt Andreasberg genutzt. Neben dem Rundwanderweg bietet sich hier auch die Möglichkeit, in den ausgewiesenen Bereichen am Ost- und Westufer zu baden.

Im Lauf der Zeit hat sich am Ufer des Oderteichs eine schätzenswerte Flora und Fauna eingestellt. Für Vögel wie zum Beispiel die Gebirgsstelze ist es ein wichtiger Lebensraum, auch der Flussuferläufer ist hier manchmal anzutreffen. Wir bitten Sie deshalb, die Hinweisschilder zu beachten und die Wege nicht zu verlassen.

Unsere leichte Wanderung ohne nennenswerte Steigungen beginnt am Parkplatz Oderteich und führt uns über die Staumauer entgegen dem Uhrzeigersinn um den Stausee. Entlang unseres Weges gibt es viel Interessantes zu sehen. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten und die Natur mit allen Sinnen zu entdecken.

Station 1: Wir wandern zunächst am Ostufer entlang eines sehr alten Waldes. Er wurde schon lange vor Gründung des Nationalparks nicht mehr bewirtschaftet. Hier stehen einige der ältesten Fichten des Nationalparks Harz mit einem Alter von teilweise über 300 Jahren. So interessant und strukturreich wie der Fichtenwald hier aussieht, wird er in den Hochlagen des Nationalparks einmal auf großer Fläche aussehen.

Station 2: Im weiteren Verlauf unseres Weges kommen wir in ein Gebiet, in dem die Bäume nach und nach absterben. Der Grund dafür ist Stauwasser, durch das sich langsam ein mooriger Bereich entwickelt, in dem nur wenige Pflanzen wachsen können. Diese Spezialisten sind an den Moorstandort gut angepasst. Hier sind viele Moose zu finden, ebenso wie der Rundblättrige Sonnentau. Da ein normaler Pfad das sensible Biotop beschädigen würde, führt der Weg über einen Bohlensteg.

Station 3: Der weitere Weg führt uns etwas abseits des Ufers durch einen von Fichten dominierten Waldbereich. Hier stehen in Wegnähe einige Zäune, in denen Baumarten wie Birke, Eberesche und Buche gepflanzt wurden. Ziel dieser Pflanzung ist es, die vorherrschenden Fichten durch Laubbäume zu ergänzen. So kann sich die Natur zu einem Mischwald weiterentwickeln. Die Zäune schützen die jungen Laubbäume vor Wild, für das die frischen Triebe ein besonderer Leckerbissen sind.

Station 4: Am Nordufer angekommen, überqueren wir den Zufluss der Oder zum Stausee. Die Oder entspringt östlich von Oderbrück in einem moorigen Bereich. Dort wird das Wasser wie von einem Schwamm gespeichert und nur langsam abgegeben. Im Lauf der Zeit hat sich die Oder ihren Weg durch das Odertal gebahnt, das sich unterhalb der Staumauer fortsetzt.

Station 5: Nach einem weiteren kurzen Wegstück biegt unser Rundweg nach Süden ab und folgt dem Bach Sonnenkappe, der auf seinem Weg in den Stausee mäandriert. Es lohnt sich, einen Augenblick auf den hier aufgestellten Bänken zu verweilen und die Aussicht auf das gegenüberliegende Ufer zu genießen.
In den Randbereichen des Waldes sehen Sie viele junge Laubbäume. In diesen lichteren Bereichen können vor allem Eberesche, Birke und einige Weidenarten gut wachsen.

Station 6: Im weiteren Verlauf des Westufers wurden alte Entwässerungsgräben durch kleine Sperrwerke verschlossen. So wird der künstliche Wasserabfluss gebremst und es stellt sich langsam die für diesen Standort typische Vegetation wieder ein - Bäume sterben ab, Moose und an Stauwasser angepasste Pflanzen siedeln sich an.

Station 7: Nach einem kurzen Wegstück auf dem Waldweg biegen wir wieder links Richtung Ufer ab. Hier lädt ein Rastplatz zu einer Stärkung ein. Ab hier befinden wir uns wieder im Badebereich. Nach wenigen hundert Metern endet unser Rundweg an der Staumauer.

 

Kontakt

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus, Tel. 0 53 20 / 33 17 90, www.torfhaus.info

 

Nationalparkhaus Sankt Andreasberg
Tel. 0 55 82 / 92 30 74, www.nationalparkhaus-sanktandreasberg.de

 

Nationalpark-Revierförsterei Bruchberg, Klaus-Dieter Schultze, Tel. 0 53 28 / 3 21

 

Impressum

Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode

Tel. 0 39 43 / 55 02 - 0, Fax 0 39 43 / 55 02 - 37

poststelle@nationalpark-harz.de

Text:  B. Fischer, K.-D. Schultze

2013