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Der Brocken im Nationalpark Harz

Allgemein

Sie möchten wissen, warum die Fichten am Brocken kaum höher als 5 m werden, wann die Brockenbahn das erste Mal den Berggipfel erreichte oder wann der Nationalpark gegründet wurde? Dann sollte diese Broschüre Sie während Ihres Aufenthalts auf dem höchsten Berg Norddeutschlands begleiten.

Selbst wenn Sie sich einen der mehr als 300 Nebeltage im Jahr ausgesucht haben, bietet Ihnen der ca. 1,6 km lange Rundwanderweg viel Sehenswertes. An klaren, trockenen Tagen beträgt die maximale Sichtweite immerhin 230 km.

Nummern (im Gelände weiße Ziffern auf dunklem Holzschild) leiten Sie entlang des Wanderweges und durch dieses Heft.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr über den Nationalpark Harz und den Brocken wissen möchten. Sie treffen uns auf der Brockenkuppe oder auf Wanderwegen dorthin.

Natürlich können Sie sich auch unseren geführten Wanderungen über den Brocken anschließen, die täglich um 12.15 Uhr von Mitte Mai bis Mitte Oktober am Eingang der Wetterwarte und von Mitte Oktober bis Mitte Mai am Eingang des Brockenhauses beginnen.

Ihre Nationalpark-Ranger

 

1. Ausblicke ins Harzvorland

Von der Tafel 1 aus erkennen Sie nicht nur den direkt vor Ihnen gelegenen Renneckenberg, den Hohnekamm und den Jägerkopf, sondern auch Wernigerode mit dem Schloss (13 km) und Halberstadt (32 km).

Bei genauem Hinschauen werden Sie feststellen, dass das Harzvorland durch intensive industrielle und landwirtschaftliche Nutzung geprägt ist, während im Harz selbst die forstliche Nutzung überwiegt. Geordnete, gleich hohe Baumkronen in geometrischen Flächen zeigen, wo naturnahe Wälder lange vor der Ausweisung des Nationalparks zum Zweck forstwirtschaftlicher Nutzung in Fichtenforste umgewandelt wurden. Ursprüngliche Natur konnte sich allerdings dort erhalten, wo es dem wirtschaftenden Menschen zu unwegsam war, also vor allem in den Hochlagen oder an steilen Hängen der Täler.

2. Brockenbahn

Bereits 1899 fuhr die Brockenbahn mit 100 cm Spurweite von Drei Annen Hohne über Schierke auf den Brocken. Sie überwindet auf der 16 km langen Strecke einen Höhenunterschied von 588 Metern. Ab 1961 erreichten nur noch Versorgungszüge der DDR-Grenztruppen den Gipfel.

Seit 1991 rollen wieder Dampflokomotiven im Ausflugsverkehr zum Brocken. Damit konnte die Bahn in das Konzept der Besucherlenkung zum Brocken durch den Nationalpark Harz integriert werden. Da die Gleisstrecke durch einige der empfindlichsten Nationalpark-Bereiche führt, ist die National-parkverwaltung um eine enge Kooperation mit der Brockenbahn für einen umweltschonenden Betrieb bemüht. Nur durch gemeinsames Handeln kann möglicher Schaden von den Naturschätzen abgewendet werden.

3. Brockengarten

1890 gründete Prof. Dr. Albert Peter, seinerzeit Direktor des Botanischen Gartens der Georg August-Universität Göttingen, den Schau- und Versuchsgarten auf dem Brocken.

Bis 1949 war die Göttinger Universität für den Garten verantwortlich, danach die Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg, schließlich nach 1990 der Nationalpark.

Der Brockengarten erfüllte stets Naturschutz- und Forschungsaufgaben, diente gleichzeitig Lehrzwecken und wurde für die Brockenbesucher zugänglich gemacht. Entsprechend dieser Aufgaben und Zielsetzung wurde der Garten in Schau- und Versuchsflächen gegliedert. Der Schauteil des Gartens ist vom Rundwanderweg aus nicht einzusehen. Sie sind daher herzlich zu einer Gartenbesichtigung eingeladen, die werktags am Eingang der Wetterwarte um 11.30 und 14.00 Uhr beginnt (Mitte Mai bis Mitte Oktober). An Wochenenden und Feiertagen ist der Besuch des Gartens nur in Kombination mit der um 12:15 Uhr beginnenden Brockenführung der Ranger möglich. Im Brockengarten werden Ihnen u.a. Pflanzen aus den Hochgebirgsregionen der Welt vorgestellt. Möchten Sie mehr wissen, dann können Sie die Broschüre „Der Brockengarten im Harz“ im Brockenhaus erwerben.

Von Tafel 2 aus sehen Sie den naturbelassenen Versuchsteil. Hier finden vorwiegend Untersuchungen zur Renaturierung des Brockenplateaus statt.

Die Pracht des heutigen Brockengartens ist nur durch eine intensive fachliche Betreuung möglich. Seit Bestehen des Brockengartens gab es mehrere Perioden, in denen der Garten gar nicht oder nur sehr unregelmäßig gepflegt werden konnte. Dies hatte zur Folge, dass 1990 bei Aufnahme der Arbeiten durch den Nationalpark von 1.400 ehemals kultivierten Arten nur noch 97 nachgewiesen werden konnten. Heute können die Gartenbesucher über 1.500 Pflanzenarten aus den Hochgebirgsregionen der Welt bestaunen. Die Renaturierung der Brockenkuppe und die öffentlichkeitsarbeit sind wesentliche Aufgaben dieses botanischen Gartens.

4. Teufelskanzel und Hexenaltar

Inspiriert von den Eindrücken seiner ersten Brockenbesteigung im Winter 1777 verfasste Johann Wolfgang Goethe im „Faust“ die Walpurgisszene. In der Walpurgisnacht, der Nacht zum 1. Mai, treffen sich der überlieferung nach die Hexen auf dem „Blocksberg“ an der Teufelskanzel und dem Hexenaltar, um mit ihren Reisigbesen in wildem Treiben den letzten Schnee vom Brocken zu fegen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dieses Ereignis zu einer Art Volksfest. Im Jahre 1896 feierte die Bad Harzburger Walpurgisnachtgesellschaft erstmals auf dem Brocken. Ab 1901 wurden Walpurgissonderzüge eingesetzt. In den Folgejahren untersagte Fürst Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode die Walpurgisfeiern, weil das „Höllenspektakel dicht an den Groben-Unfug-Paragraphen“ grenze.

Heute wird die Walpurgisnacht in den Gemeinden am Nationalpark wie z.B. Ilsenburg, Bad Harzburg, Schierke, Sankt Andreasberg, Braunlage und Elend gefeiert. Die Granitklippen, vor denen Sie stehen, mit den empfindlichen, in Jahrzehnten gewachsenen Landkartenflechten bleiben jedoch von tanzenden Hexen unbehelligt.

Bei klarer Sicht haben Sie von der Tafel 4 einen guten Ausblick. Orientieren Sie sich am Wurmberg.

5. Zwergstrauchheide

Oberhalb der natürlichen Waldgrenze existieren auf der Brockenkuppe noch Reste der ehemals großflächiger vorhandenen Zwergstrauchheide. Die Ausbildung eines geschlossenen Waldes nach der letzten Eiszeit wurde hier durch flachgründige, nährstoffarme Böden, raues Klima und vor allem durch den Wind verhindert – voraussetzungen für das natürliche Auftreten dieser Heidegesellschaft. Charakterarten des Brockens wie die Brockenanemone, das Brocken- und das Alpen-Habichtskraut haben hier ihre Heimstätte. Das Vorkommen dieser lichtbedürftigen Arten ist ein Indiz für die Waldfreiheit des Brockenplateaus seit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren.

Die vorhandenen Heideflächen wurden im Lauf der Zeit stark durch menschliche Nutzung auf dem Plateau beeinflusst. Beweidung und Tourismus haben seit Jahrhunderten die Ausbreitung von Zwergsträuchern wie der Besenheide, der Heidel- und der Preiselbeere gefördert und die Charakterarten der Brockenkuppe verdrängt. Obwohl im Zuge der großflächigen Renaturierung die Zahl der potentiellen Standorte für Brockenanemone und Brocken-Habichtskraut (beide kommen deutschlandweit nur hier vor) wieder zugenommen hat, sind diese in ihrem Bestand stark gefährdet. War es früher das Pflücken der „Brockensträuße“, so begünstigen heute die im Niederschlag enthaltenen Nährstoffe (z.B. 60 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr auf der Brockenkuppe) die Ausbreitung von konkurrenzstarken Gräsern wie der Rasenschmiele und dem Wolligen Reitgras, die der natürlichen Heidevegetation ihren Platz streitig machen.

6. Nationalpark Harz - Sagenumwobene Bergwildnis

Den Begriff „Nationalpark“ verbinden wir mit exotischen Tieren und gewaltigen Regenwäldern in Afrika oder Amerika. Und tatsächlich stammt die Nationalpark-Idee aus Amerika, wo 1872 der Yellowstone-Nationalpark wegen seiner Naturschönheiten als erster seiner Art unter Schutz gestellt wurde. Seitdem sind weltweit ca. 5000 kostbare Naturlandschaften mit diesem höchsten Prädikat geschützt worden. Der sachsen-anhaltische Nationalpark Hochharz mit dem Brocken bekam 1990 den Nationalpark-Status auf ca. 60 km2. Beim Blick von der Tafel 6 nach Westen erkennen Sie die Fernsehtürme von Torfhaus. Hier kam 1994 mit ca. 158 km2 der niedersächsische Nationalpark Harz hinzu. Nach einer Erweiterung des Nationalparks Hochharz auf 89 km2 im Jahr 2001 und der Fusion beider Parke 2006 werden heute ca. 247 km2 als Nationalpark Harz geschätzt.

Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten leben in den Bergfichten-, Buchen- und Laubmischwäldern, Mooren, Bergbächen, Granitklippen und der Zwergstrauchheide des Nationalparks. Die ursprünglichsten Lebensräume sind in der Naturdynamikzone geschützt. Hier finden keine Eingriffe mehr statt. In der Naturentwicklungszone werden Fichtenwälder, die einmal zum Zweck der Forstwirtschaft gepflanzt wurden, durch Beimischung von Laubbäumen und Auflockerung wieder zu einem naturnahen Wald entwickelt. Diese menschlichen Aktivitäten werden noch einige Jahre andauern. Die Brockenkuppe selbst befindet sich in der Nutzungszone des Nationalparks.

Ziel des Nationalparks Harz ist es, auf mindestens 75 % der Nationalparkfläche gemäß der Devise „Natur Natur sein lassen“ menschliche Eingriffe einzustellen.

7. Natürliche Waldgrenze

Der geschlossene Fichtenwald hat auf dem Brocken seine natürliche Grenze bei ca. 1.100 Meter ü. NHN. Diese nördlichste natürliche Waldgrenze in Zentraleuropa ist besonders wertvoll für den Naturschutz. Verursacht wird sie durch die besonderen klimatischen Verhältnisse auf dem höchsten Harzberg. Unter den hier wirkenden Faktoren ist es vor allem der Wind, der das Entstehen eines geschlossenen Waldes auf dem Brockenplateau verhindert und so Platz macht für die Zwergstrauchheiden.

Der Brocken als windreichster Ort Deutschlands (am 24.11.1984 wurde eine Windgeschwindigkeit von 263 km/h gemessen) ist die einzige natürlich waldfreie Erhebung der deutschen Mittelgebirge. Die klimatischen Verhältnisse (ca. 4 °C Jahresdurchschnittstemperatur, jährlich ca. 1.800 mm Niederschlag und ca. 300 Nebeltage) und die ökologischen Bedingungen in 1.141 Meter Höhe auf dem Brocken sind vergleichbar mit denen bei ca. 2.000 Meter ü. NHN in den Alpen. Die Begründung hierfür liegt in der exponierten, nördlichen Lage des Harzes. Das Gebirge steht wie ein unüberwindbares Hindernis in der norddeutschen Tiefebene. Es ist daher stets den Winden und Stürmen ausgesetzt, die überwiegend aus südwestlicher Richtung feuchte Luftmassen herantransportieren.

8. Hirtenstieg / Heinrich Heine-Weg

Von Norden kommend erreicht der Hirtenstieg (gleichzeitig Verlauf des Harzer Grenzweges entlang des Grünen Bandes) den Brocken. Er ist neben der Brockenstraße und dem Eckerlochstieg von Südosten und dem Goetheweg von Westen der einzige Zugang für Wanderer zum Brockenplateau. Auf 3,4 km folgt er dem teilweise mit Betonplatten befestigten ehemaligen Kolonnenweg zur Rangerstation Scharfenstein, die als täglich geöffnete Rasthütte ein beliebtes Wanderziel darstellt.

Der Dichter Heinrich Heine erwanderte am 20. September 1824 von Harzburg kommend den Brocken. Der Abstieg erfolgte nach Ilsenburg im Norden. Ihm zu Ehren trägt der Hirtenstieg, auf dem möglicherweise früher die Hirten ihr Vieh zur Weide auf den Brocken trieben, heute auch den Namen Heinrich Heine-Weg. Der Aufstieg von Ilsenburg auf den Brocken gilt als der schönste.

Seine Eindrücke beim Aufstieg von Westen her verarbeitete Heine in seiner „Harzreise“: „Je höher man den Berg hinaufsteigt, desto kürzer, zwergenhafter werden die Tannen, sie scheinen immer mehr und mehr zusammenzuschrumpfen, bis nur Heidelbeer- und Rotbeersträucher und Bergkräuter übrigbleiben. Da wird es auch schon fühlbar kälter. ... Es ist ein äußerst erschöpfender Weg, und ich war froh, als ich endlich das langersehnte Brockenhaus zu Gesicht bekam.

Das neue Brockenhaus können Sie besuchen, wenn Sie an der Tafel 9 die Treppe zum Eingang erklimmen. Dort erwartet Sie eine moderne Ausstellung zu den Themen Geopark, Hexen, deutsche Geschichte, berühmte Brockenbesucher und Natur im Nationalpark. Außerdem haben dort eine Multivisionsschau und eine Cafeteria für Sie geöffnet.

9. Blockfeld

Die geologische Geschichte des Brockengebiets reicht bis weit ins Erdaltertum zurück. Im Devon lagerten sich dort, wo heute der Hochharz liegt, in einem Urmeer Sedimente ab. Diese wurden vor ca. 300 Millionen Jahren im Karbon durch die Plattentektonik zum „Ur-Harz“ aufgefaltet. Dabei drang heißes Magma aus tieferen Bereichen der Erde empor, erreichte jedoch nicht die Oberfläche, sondern kühlte sich in mehr als 2.000 Meter Tiefe langsam ab. Entstanden ist ein so genannter Pluton, bestehend aus grobkörnigem Granit, der sich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer zusammensetzt. Beim Empordringen des Magmas wurden die umliegenden Gesteine bei fast 1.000 °C einer Kontaktmetamorphose unterzogen und in harte und splittrige Hornfelse umgewandelt. Seit fast 100 Millionen Jahren, zur Zeit der Oberkreide und des Tertiärs, wurde der gesamte Harz während der alpidischen Gebirgsbildung als Pultscholle emporgehoben. Dabei steigt diese Scholle von Süden gleichmäßig an und ist im Norden abgeschnitten. Gleichzeitig nahm die Erosion an der Oberfläche immer mehr zu. Der Granit wurde freigelegt und der Brocken regelrecht aus der Harzhochfläche „herauspräpariert“. Der Granit selbst verwittert in Form der so genannten Wollsackverwitterung. Die dabei entstandenen Klippen zerfallen zu Blockfeldern und sind überall im Hochharz, insbesondere auch hier am Brocken, zu finden. Sie beherbergen viele seltene Flechten, Bärlappe und Moose, deshalb dürfen sie nicht betreten werden.

Die Blockfelder sind als „Nationaler Geotop“ innerhalb des Nationalen GeoParks „Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen“ ausgezeichnet.

10. Moor

Moore sind sehr empfindliche Lebensräume, in denen zahlreiche Spezialisten des Tier- und Pflanzenreiches zu Hause sind. Kleinflächige Hangmoore, wie an diesem Standort, sind mosaikartig im Bergfichtenwald des Brockens verteilt. Hangmoore sind meist junge, immer an Hängen liegende Moore, die von relativ nährstoffarmem, saurem Bodenwasser durchströmt werden. Wasserstauende Bodenschichten in geringer Tiefe (hier der Granit) und große Niederschlagsmengen sind die Voraussetzungen für ihr Entstehen.

Besonders auffällig sind im Sommer die weißen Fruchtstände des Schmalblättrigen Wollgrases. Nur bei genauem Hinsehen erkennt man dagegen Moosbeere, Rauschbeere, Rosmarinheide und Krähenbeere, die in trockeneren Bereichen wie z.B. den Rändern der Hangmoore vorkommen. Besonders schwer ist der Rundblüttrige Sonnentau zu entdecken, der sich zwischen Torfmoosen versteckt. In intakten Mooren sind Torfmoose, die ein enormes Wasserspeichervermögen besitzen, die Hauptpflanzenarten. Von ihnen gibt es im Harz ca. 25 verschiedene Arten.

Im Nationalpark wachsen die Moore auch heute noch. Zu ihrem Schutz ist es besonders wichtig, sich nur auf den ausgeschilderten Wanderwegen zu bewegen.

11. Bebauung des Brockens

Die bewegte Geschichte des Brockens spiegelt sich nicht zuletzt in seiner Bebauung wider. Lange Zeit war das 1736 errichtete Wolkenhäuschen die einzige Zufluchtsstätte für müde Wanderer. Im Jahre 1800 wurde das erste Wirtshaus auf dem Gipfel in Betrieb genommen, womit die Tradition der Brockenwirte ihren Anfang nahm. Im gleichen Jahr wurde ein Aussichtsturm errichtet. Nach der schrittweisen Umwandlung des Wirtshauses zum Brockenhotel wurde dieses 1945 bei einem US-amerikanischen Luftangriff völlig zerstört. Neben dem 1890 gegründeten Brockengarten beherbergt der Brocken die älteste deutsche Bergwetterstation (1895) und einen der ersten Fernsehtürme Deutschlands (1938).

Der Anteil der bebauten Fläche nahm bis 1990 kontinuierlich zu. So wuchs die versiegelte Fläche von 120 m2 im Jahre 1800 auf 53.000 m2 an. Zur Bebauung zählten auch die 3,60 m hohe Betonmauer rings um die Brockenkuppe und nicht zuletzt die Kalkschotterbeläge von Wegen und Kasernenflächen, von denen 1990 ca. 20.000 t entfernt wurden. Mit Gründung des Nationalparks und dessen Programm zur Renaturierung der Brockenkuppe wurde die bebaute Fläche auf ca. 10.000 m2 verringert. Brockenmauer und Militärbaracken wurden entfernt. Hier hat die Brockenflora wieder Einzug gehalten.

Auf dem höchsten Punkt des Berges finden Sie die „Brockenuhr“, einen aus 48 bronzenen Wegweisern bestehenden Ring von 30 m Durchmesser um eine Klippe aus sechs Granitfindlingen. Die heute neben Wetterwarte und Telekom-Anlage vorhandenen Gebäude sind zum Nutzen der Besucher eingerichtet: Der Brockenbahnhof, der Touristensaal des Brockenwirtes und das Brockenhaus laden zum Verweilen ein.

 

Ihr Weg auf den Brocken

Auf drei Hauptrouten gelangen Wanderer auf den Brocken. Sie unterscheiden sich in der Länge, aber auch in den zu überwindenden Höhenmetern. Mitbringen sollten Sie in jedem Fall gute Kondition, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung, denn auf dem Gipfel ist es um einige Grad kälter als am Ausgangspunkt Ihrer Wanderung und das Wetter kann rasch umschlagen.

Bei den Kilometer-Angaben handelt es sich jeweils um die einfache Strecke.

 

Der kürzeste Weg:

Von Schierke durch das Eckerloch zum Brocken

ca. 5 km / ca. 500 Höhenmeter

Auch wenn der Weg durch das Eckerloch die kürzeste Strecke zum Brocken ist, so verlangt sie doch von Wanderern einiges an Kondition und vor allem gutes Schuhwerk, denn der Weg ist teilweise steil, steinig wurzelreich und schwer begehbar. Informationen zu alternativen Routen ab Schierke zum Brocken erhalten Sie am Startpunkt der Wanderung, im Nationalparkhaus Schierke.

Startpunkt und weitere Informationen:  Nationalparkhaus Schierke an der Brockenstraße, Tel. 03 94 55 / 4 77

Faltblatt zur Wanderung

 

Der geringste Höhenunterschied:

Von Torfhaus auf dem Goetheweg zum Brocken

ca. 9 km / ca. 360 Höhenmeter

Auch Johann Wolfgang Goethe brach im Dezember 1777 von Torfhaus aus zu seiner ersten Brockenbesteigung auf. Welche Route er damals im unwegsamen Gelände bei tiefem Schnee eingeschlagen hat, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Heute führt der Weg vorbei am Großen Torfhausmoor entlang des Abbegrabens, quert das „Grüne Band“ am Eckersprung, um dann auf einem neu ausgebauten Teilstück die Brockenbahn zu begleiten. Der letzte Anstieg auf den Gipfel erfolgt über die Brockenstraße.

Startpunkt und  weitere Informationen: Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am Großparkplatz Torfhaus, Tel. 0 53 20 / 33 17 90

Faltblatt zur Wanderung

 

Nur für gut trainierte Wanderer:

Von Ilsenburg auf dem Heinrich Heine-Weg zum Brocken

ca. 10 km / ca. 860 Höhenmeter

Heinrich Heine wanderte auf dieser Route 1824 vom Brocken herunter. Er war von Bad Harzburg aus aufgestiegen und hatte auf dem Brocken übernachtet. Von Ilsenburg aus folgt man heute zunächst dem romantischen Tal der Ilse. Vorbei an der Bremer Hätte und Stempelsbuche gelangt man schließlich zum Hirtenstieg. Auf diesem steilsten Stück des Weges mit teilweise bis zu 20 % Steigung, der auf dem alten Plattenweg der Grenztruppen der DDR verläuft, erreicht man den Brockengipfel.

Startpunkt und weitere Informationen: Nationalparkhaus Ilsetal in der Nähe des Großparkplatzes im unteren Teil des Ilsetals, Tel. 03 94 52 / 8 94 94

 

Willkommen im Brockenhaus

Drei spannende Etagen Ausstellungsfläche und der Aufstieg in unsere Kuppel bis hinauf auf die Dachterrasse erwarten Sie!

Starten Sie Ihre Reise durch die Vielfalt des Berges mit dem virtuellen Hexenflug und lassen Sie sich in die Welt der Mythen und Sagen entführen. Erleben Sie die spannenden Geschichten berühmter Brockenbesucher, die schon seit über zweihundert Jahren Brockengeschichte geschrieben haben. Begleiten Sie Hermann Löns bei seiner Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn. Staunen Sie über die – bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts weit entwickelte – touristische Infrastruktur auf dem Brocken. Erkunden Sie die Entwicklung des militärischen Sperrgebietes rund um den Brocken und die Errichtung der Festung Brocken auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

Den spannenden Einblicken in die großen und kleinen Wunder des Nationalparks Harz ist eine eigene Etage im Haus gewidmet. Hier erfahren Sie alles über die Geschichte, Flora und Fauna und die vielen Besonderheiten des Nationalparks Harz. Deutschlands einziger länderübergreifender Nationalpark hält viele spannende Geschichten über seine faszinierenden Lebensräume für Sie bereit. Fließgewässer, Fichten-Bergwälder und Blockhalden präsentieren ihre Bewohner und deren Lebensgewohnheiten.

Den Spuren des Klimawandels im Harz ist der neueste Ausstellungsteil im Brockenhaus gewidmet. Hier kann man begreifen – zum Teil sogar anfassen –, was mancher Klimawandel für den Harzwald im Verlaufe der Erdgeschichte bedeutete. Und was wäre der Brocken ohne seine klimatischen Besonderheiten und die brockentypischen Wetterkapriolen? Alles über die Wetterextreme des Berges, den Wind, den Nebel und den Schnee sowie über seine Wetterrekorde erfahren Sie in unserer dritten Etage.

Deutsche Funk- und Fernsehgeschichte wurde auf dem Brocken geschrieben. Im Brockenhaus lernen Sie interessante Details aus den Anfangstagen der bewegten Bilder kennen und können einen Blick auf einen der ältesten Fernsehtürme Deutschlands werfen.

Bevor Sie sich in unserer gemütlichen Cafeteria Hexenflug stärken, versäumen Sie nicht die Wendeltreppe hinauf in unsere Kuppel zu steigen. Hier können sie die imposanten Antennen und Parabolspiegel auf sich wirken lassen, mit denen das Ministerium für Staatssicherheit der DDR auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges den westlichen Funkverkehr abhärte. Funktelefone führender Politiker standen im Fokus des Abhördienstes auf dem Brocken, der mit hochmoderner Technik in der Lage war, selbst Gespräche jenseits des Ärmelkanals aufzufangen.

 

Öffnungszeiten:

täglich von 9.30 - 17.00 Uhr

Tel. 039455 50005, brockenhaus@t-online.de

www.nationalpark-brockenhaus.de

Stand Mai 2017