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Datum: 11.12.2021

Der Nationalpark Harz und seine Partner stehen für einen nachhaltigen Bergtourismus ein

Der 11. Dezember ist der „Internationale Tag der Berge". Er soll auf Probleme und Besonderheiten von Bergregionen aufmerksam machen

Der 11. Dezember ist der Internationale Tag der Berge. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dieses Datum im Jahr 2003 zum „International Mountain Day" erklärt, um damit die Menschen in aller Welt für die Probleme und die Besonderheiten von Bergregionen zu sensibilisieren. Gebirge sind faszinierende Ökosysteme und Lebensraum seltener und bedrohter Tiere und Pflanzen. Daneben sind sie aber auch sehr beliebte Ziele für Touristen und ziehen das ganze Jahr über eine große Zahl an Besucherinnen und Besuchern an. Beides gilt auch für den Harz, Norddeutschlands höchstes Mittelgebirge. Das Thema des diesjährigen Internationalen Bergtages lautet „Nachhaltiger Bergtourismus" – und den hat sich auch der Nationalpark Harz mit seinen Nationalpark-Partnerbetrieben auf die Fahnen geschrieben.

Der Brocken ist zwar im Vergleich mit seinen großen Geschwistern in den Alpen oder Anden nur ein kleiner Berg, aber dennoch hat er auch vieles gemeinsam mit Zugspitze oder Matterhorn, zum Beispiel eine natürliche Waldgrenze, die im Harz klimatisch bedingt schon bei rund 1.100 Metern liegt. Der Brocken gilt geografisch sogar als der dominanteste Berg in Deutschland: Er ist in einem Umkreis von mehr als 220 Kilometern die höchste Erhebung. Felsen und Zwergstrauchheide auf der Brockenkuppe sind ganz besondere Lebensräume, wo botanische Raritäten wie die Brocken-Anemone und das Brocken-Habichtskraut wachsen und die seltene Ringdrossel brütet.

Der Brocken fasziniert die Menschen seit alters her, Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine stiegen auf den Gipfel und heute kommen jährlich schätzungsweise eine Million Besucherinnen und Besucher hierher. So schön die Wanderungen sind, so verlockend der Ausblick von oben über das weite Land: Für die Natur sind die vielen Menschen leider auch eine Störung und Belastung. Darum versucht die Nationalpark-Verwaltung, die Besucherströme auf ausgewiesenen Wanderrouten durch das Naturschutzgebiet zu lenken und appelliert an alle Gäste, die Verhaltensregeln zu beachten: So gilt im Nationalpark unter anderem ein Wegegebot, Hunde müssen an der Leine geführt werden und es darf kein Feuer gemacht werden. Selbstverständlich hat Müll nichts in der Natur zu suchen und soll bitte nicht achtlos weggeworfen werden.

Nachhaltiger Tourismus in der Nationalparkregion

Wer im Harz umweltschonenden Urlaub im Einklang mit der Natur erleben will, der ist bei den Nationalpark-Partnern gut aufgehoben. Dazu gehören Anbieter von Ferienwohnungen, Hotels, Tourist-Informationen, Tourguides, Museen und viele mehr. Sie stehen für Qualität, Regionalität und Umweltbewusstsein. Unter dem Motto „Im Herzen NaturVersteher" sind sie kompetente Botschafter des Nationalparks und engagieren sich gemeinsam mit ihm für die nachhaltige touristische Entwicklung der Region. Nationalpark-Partnerbetriebe werden nach bundesweit einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards ausgezeichnet. So können Gäste die Nationalpark-Region besonders naturverträglich kennenlernen und mit allen Sinnen genießen.

Gemeinsam mehr bewegen

Auch der Harzer Tourismusverband (HTV) ist in dieses Netzwerk eingebunden. „Nachhaltige touristische Angebote sind essenziell für den zukünftigen Erfolg unserer Branche", sagt HTV-Geschäftsführerin Carola Schmidt. „Unsere Gästegruppen reagieren zunehmend sensibler auf zentrale Themen der Nachhaltigkeit. Nur mit einem nachhaltigen Agieren und Wirtschaften werden wir unsere wichtigsten Ressourcen für den Tourismus schützen und deren langfristige Nutzung im Sinne einer wirtschaftlich erfolgreichen Entwicklung der Destination ermöglichen." Der HTV hat dazu in einem Konzept mit dem Titel „Nachhaltiger Harz – kein Hexenwerk" Grundlagen für die Entwicklung des Harzes zur nachhaltigen Reiseregion erarbeitet.

Nationalpark-Leiter Dr. Roland Pietsch sieht einen klaren Mehrwert des Nationalpark-Partner-Netzwerks für die teilnehmenden Betriebe, und zwar in mehrfacher Hinsicht: Zum einem in dem Imagegewinn durch die Partnerschaft mit dem Schutzgebiet. Die „ausgezeichnete Nachhaltigkeit" ermöglicht eine Ansprache neuer Zielgruppen und die Partnerschaft bringt einen zusätzlichen Marketing-Effekt. Zum anderen liegt der Nutzen der Partnerschaft in der Einbindung in ein starkes Netzwerk und der gegenseitigen Unterstützung der Nationalpark-Partner untereinander sowie einem wertvollen Erfahrungsaustausch. Die Nationalparkverwaltung steht dabei als direkter Ansprechpartner für die Anliegen der Partner bereit. „Füreinander werben, füreinander einstehen. Sich gemeinsam aufstellen für die Sache, sich für den Naturschutz stark machen", bringt er den Sinn des Netzwerks auf den Punkt.

Aktuell gibt es 40 Nationalpark-Partner, weitere Anbieter haben bereits Interesse bekundet. Mit einer konzeptionellen Neuausrichtung seit 2018 hat sich das Netzwerk für neue Sparten neben den Beherbergungsbetrieben geöffnet. So sind jetzt beispielsweise auch geführte Wanderungen und Mountainbike-Touren im Angebot der Partner. Das Netzwerk ermöglicht hier eine optimale Gästeinformation und -betreuung.

Einer der neuen Partner ist Jan Zander mit Trailtech Mountainbiking aus Waake, Anbieter für Guiding und geführte Touren, Fahrtechniktraining, Camps und die Organisation von individuellen Bike-Events. „Sanfter Tourismus ist für mich der Einklang von Naturschutz und tollen Naturerfahrungen", sagt Zander.

Die Nachhaltigkeit in ihren drei Säulen – umweltschonend, wirtschaftlich fair und sozial gerecht – wird in vielerlei Facetten durch die Partner gelebt, etwa durch Energie- und Wassereinsparungen in Gebäuden, durch das Vermeiden von Müll und Verpackungsabfall und durch die Verwendung regionaler Produkte, aber auch durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter. Gäste werden auf umweltschonende Verhaltensweisen hingewiesen, etwa die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrsangebotes. Zudem wird die regionale Zusammenarbeit durch die Vernetzung zwischen Partnern und Nationalparkverwaltung gefördert.

Ausgehend von diesen Feldern unterstützt die Nationalpark-Partnerschaft die 17 „Sustainable Development Goals" (Ziele für nachhaltige Entwicklung) der Vereinten Nationen ganz in dem Sinne: „Global denken, lokal handeln".