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Datum: 18.10.2021

Edeka-Kunden spenden Pfand für die Aktion „Baum-Schenken"

Radio Brocken und 13 EDEKA-Märkte spenden 3.450 junge Laubbäume für den Nationalpark Harz

Pfandflaschen wegbringen, Pfand spenden und damit dem Harz Bäume schenken – die EDEKA Minden-Hannover beteiligt sich an der Aktion Baum-Schenken von Radio Brocken und übergibt nun die Pfandspenden aus 13 EDEKA-Märkten aus Halle und Umgebung. Mit der gesammelten Summe von insgesamt 6.903 Euro können 3.450 Baumsetzlinge im Nationalpark Harz gepflanzt werden, um die Rückkehr der ursprünglich heimischen Laubwälder zu unterstützen.

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. Immer wieder fallen beim Wandern kahle Stellen und tote Bäume ins Auge. In über 70 % des Nationalparks Harz, der ein Zehntel der Gesamtharzfläche umfasst, übernimmt die Natur die Regie. Sie zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. In den übrigen Bereichen des Schutzgebietes bekommt die Natur noch Hilfe zur Selbsthilfe. In tieferen und mittleren Lagen waren einst ausgedehnte Laubwälder heimisch – ihre Rückkehr unterstützt der Nationalpark Harz durch Pflanzungen, da Samenbäume fehlen. Um diese Starthilfe für die wilden Wälder von morgen zu unterstützen, hat der Radiosender Radio Brocken 2021 die Aktion „Baum-Schenken“ ins Leben gerufen. Seit Januar beteiligt sich auch die EDEKA Minden-Hannover mit mehreren Märkten an der Aktion.

Aus Pfandflaschen werden Bäume

Von Anfang Juni bis Ende August hatte die EDEKA-Kundschaft in Halle die Chance, ihren Flaschenpfand zu spenden. Durch die fleißigen Spenden können nun im Oktober 3.450 Buchen auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern gepflanzt werden. Ohne die menschlichen Eingriffe der Vergangenheit würden im Harz bis in Höhen von rund 750 Metern Buchen-Urwälder wachsen, deren Rückkehr der Nationalpark mit diesen Pflanzungen unterstützt.

„Unsere EDEKA-Kaufleute in Halle waren sofort von der ‚Baumpflanzaktion‘ überzeugt“, sagt EDEKA-Regionalkoordinatorin Anett Grey. „Wir unterstützen gerne Aktionen, die der Umwelt zugutekommen.“ Ziel der „Baum-Schenken“-Aktion ist es, möglichst viele neue Stecklinge im Nationalpark Harz zu pflanzen, um den Wald artenreicher und stabiler für die Zukunft zu machen.

Das Gebiet haben die Einzelhändler zuvor mit dem zuständigen Nationalparksprecher Dr. Friedhart Knolle ausgesucht. „Alle sehen, in welcher Krise der Wald durch die klimatischen Veränderungen ist. Wir spüren es auch an den Grundwasserständen, es fehlt der Regen. Daher sind die nächsten zwei Jahre entscheidend für den Wald und alle Verwaltungen und Waldbesitzer sind überrollt, teilweise finanziell überfordert. Genau in dieser Zeit sind Spenden wie diese so wichtig", erklärt Dr. Friedhart Knolle.

Die Wälder in Deutschland sind weit mehr als reine Rohstofflieferanten. Sie erfüllen unter anderem wichtige Funktionen, die den Erhalt zahlreicher Lebewesen und Pflanzen garantieren. Nicht zuletzt ist der Wald ein wichtiger Erholungsraum für die Menschen. Viele gute Gründe also, ihn zu bewahren und zu schützen.

„In der Kernzone rund um den Brocken hilft sich der Wald selbst, Aber in den Randzonen müssen wir der Artenvielfalt durch Pflanzungen auf die Sprünge helfen. Durch die Spenden können wir viel mehr Bäume setzen, ansonsten hätten wir bei unseren knappen Mitteln nur selektiv gepflanzt. Den Rest hätten die Mutterbäume übernommen mit der natürlichen Samenverteilung über die Jahre. Jetzt können wir flächendeckender und schneller vorgehen. Wir freuen uns sehr über die Baumspenden", ist Dr. Friedhart Knolle dankbar.

Wollen Sie auch Baum-Schenker werden?

Sie können den Nationalpark Harz bei der Starthilfe für die wilden Wälder von morgen mit einer Spende unterstützen. Werden Sie Baum-Sschenker bei der Aktion "Das große Baum-Schenken" von Radio Brocken. Für zwei Euro wird ein neuer Laubbaum im Nationalpark Harz gepflanzt.

Warum wird in einem Nationalpark überhaupt gepflanzt?

Das Motto der Nationalparke weltweit heißt „Natur Natur sein lassen". Ziel ist des Nationalparks Harz ist es, dass bis 2022 drei Viertel der Nationalparkfläche zur Naturdynamikzone gehören, sich also ohne Eingriffe des Menschen entwickeln können. Da der Mensch die Harzer Wälder jedoch jahrhundertelang genutzt und verändert hat, unterstützt der Nationalpark Harz aktuell noch in einigen Bereichen die Rückkehr der ursprünglich dort heimischen Laubwälder durch Pflanzungen. In tieferen und mittleren Lagen werden Laubbäume als gezielte Starthilfe für die Wildnis von morgen gepflanzt. Diese jungen Laubbäume sollen zu Samenbäumen für die zukünftigen wilden Naturwälder heranwachsen. Die Fichte ist im Nationalpark Harz erst ab rund 750 Höhenmetern von Natur aus heimisch.

Von 2008 bis 2020 wurden im Nationalpark Harz rund 5,2 Millionen Laubbäume gepflanzt – vor allem Rotbuchen, aber auch Ebereschen, Moorbirken, Bergahorne, Feldahorne, Weiden, Roterlen und punktuell Sommerlinden. Diese Initialpflanzungen erfolgen in Abhängigkeit von der Höhenlage nur in der Naturentwicklungszone des Nationalparks. Sie nimmt aktuell noch rund 28 % der Schutzgebietsfläche ein. In den Hochlagen ab etwa 750 m, wo natürlicherweise die Fichte zu Hause ist, werden keine Laubholzpflanzungen durchgeführt – hier in der aktuell 70,1 % umfassenden Kernzone führt die Natur selbst und erfolgreich Regie. Zahlreiche junge Fichten wachsen hier ganz ohne Zutun des Menschen nach.