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Datum: 26.06.2019

Alle Jahre wieder: Harmlose Schlupfwespen auf Brocken-Gipfeltour

Wespeninvasion auf der Brockenkuppe ist ungefährlich

Nahezu jedes Jahr findet sich mit den ersten warmen Tagen im Sommer eine Heerschar großer, gelbschwarz gefärbter Wespen auf dem Brockengipfel ein. Es handelt sich um die Gelbe Schlupfwespe. Da sie nicht sticht, stellt sie keinerlei Gefahr für Menschen dar.

Nahezu jeden Sommer erreichen die Nationalparkverwaltung besorgte Anfragen, weil zahlreiche große, gelbschwarz gefärbte Wespen den Brocken belagern. Die bedrohlich wirkenden Insekten fliegen an manchen Tagen massenhaft die Gebäude auf dem höchsten Berg Norddeutschlands an.

Es handelt sich um die Gelbe Schlupfwespe (Amblyteles armatorius). Auch wenn sie eine  gewisse Ähnlichkeit mit den uns wohlbekannten und durchaus wehrhaften sozialen Faltenwespen haben, stellen diese Tiere für uns Menschen aber keinerlei Gefahr dar.

Schlupfwespen bauen keine Nester, in denen sie ihre Brut aufziehen und die sie deshalb gegen vermeintliche Eindringlinge verteidigen müssten. Die Tiere stechen uns nicht. Die Art entwickelt sich vielmehr parasitisch, indem die Weibchen im Herbst ihre Eier in die Raupen von Eulenfaltern, vornehmlich der Hausmutter (Noctua pronuba) legen. Dort ernährt sich die Wespenlarve vom Körpergewebe der Raupe, bevor die fertige Wespe im nächsten Frühsommer die Puppenhülle verlässt.

Von der Gelben Schlupfwespe ist bekannt, dass die Weibchen im Sommer gezielt hohe Berge in den Mittelgebirgen anfliegen. Da Untersuchungen gezeigt haben, dass die Weibchen bei ihren Gebirgsflügen noch keine reifen Eier in sich tragen, kann man davon ausgehen, dass die Tiere zur Übersommerung ins Gebirge fliegen und so den heißen Sommertagen im Tiefland entfliehen. An den Gebäuden der Brockenkuppe sind die Tiere auf der Suche nach Versteckmöglichkeiten. Interessanterweise zeigt der Hauptwirt, die Hausmutter, das gleiche Verhalten der Übersommerung im Gebirge.

Es gibt also keinen Grund für uns Menschen, uns vor diesen Tieren mit ihrer interessanten Biologie zu fürchten.