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Geocaching im Nationalpark

Schatzsuche per GPS

Geocaching heißt ein weltumspannendes Spiel, das immer mehr Anhänger gewinnt. Es geht darum, mit Hilfe von GPS-Koordinaten Orte zu finden, an denen andere sogenannte Caches versteckt haben. Allen Caches gemein ist der Gedanke, den Suchenden einen besonderen Ort zu zeigen.

Auch im Nationalpark Harz warten zahlreiche Caches darauf, entdeckt zu werden. Allerdings ist die Naturverträglichkeit beim Geocaching in einem sensiblen Schutzgebiet wie dem Nationalpark oberstes Gebot!

Spaß haben mit Rücksicht auf die Natur

Ein Cache, übersetzt „geheimes Lager“, besteht traditionell aus einem wasserfesten Behältnis mit mindestens einem Logbuch. Je nach Größe sind auch Stift und verschiedene Gegenstände zum Tauschen enthalten. Die GPS-Daten des Caches sind in einer Internet-Datenbank, beispielsweise auf www.geocaching.com gelistet. Dort vermerkt man auch erfolgreiche Funde.

Primäres Ziel von Caches im Nationalpark sollte die Vorstellung von schönen oder besonderen Orten sein, im Idealfall verbunden mit interessanten Informationen zur umgebenden Natur. Die Störung der Natur sollte wie bei anderen Sportarten auch hier auf ein Minimum reduziert werden!

Wege-Gebot und Habitatschutz

Speziell in Naturschutzgebieten und Nationalparken ist es nur erlaubt, Caches unmittelbar an Wegen zu verstecken, denn auch für Geocacher gelten Nationalpark-Regeln wie das Wege-Gebot! Natürlich ist es tabu, Geocaches in Spechthöhlen, an Horstplätze seltener Brutvögel oder ins Moor zu legen, wo die Natur Schaden nehmen kann. Auch Baumhöhlen, tiefere Felsspalten oder gar Steinbrüche, Höhlen und Stollen sind keine geeigneten Cachestandorte, denn eine Vielzahl gefährdeter und seltener Tierarten nutzen diese Habitate zeitweise als Nistplätze, Tagesverstecke oder Winterquartiere.

Störungen vermeiden

Aus Achtung und Respekt vor der Natur sollten Geocaches möglichst nicht in abgelegenen und störungsarmen Räumen installiert werden, selbst wenn dem aus rechtlicher Sicht nichts entgegensteht. In einer touristisch so gut erschlossenen und viel besuchten Region wie dem Harz sind ausreichend große Rückzugsräume für viele Tierarten ein seltenes, wertvolles und unverzichtbares Gut, welches es zu bewahren gilt!

Um Störungen insbesondere des Wildes zu vermeiden, sollten auch Nachtcaches im Nationalpark tabu sein. Aufgrund der hohen Besucherzahlen im Harz werden vom Wild vor allem die ruhigen Dämmerungs- und Nachtstunden genutzt, um Nahrung aufzunehmen.

Zudem sollte die Suche nicht allzu schwierig gestaltet werden, da längere Suchaktivitäten im Umfeld eines Caches zwangsläufig zu einer erhöhten Trittbelastung und damit zu unbeabsichtigten Schäden führen können.

Unter Berücksichtigung der genannten Punkte bestehen im Nationalpark Harz vielfältige Möglichkeiten für spannendes und naturverträgliches Geocaching. Interessante Verstecke finden sich entlang der rund 600 km ausgewiesenen Wanderwege, im Bereich von Besucherlenkungseinrichtungen, wie bspw. Schutzhütten oder Infotafeln oder an attraktiven und zugänglichen Aussichtspunkten.

Ein besonderer Cache-Typ: der CITO-Event zu Walpurgis

Das Verhältnis von Geocachern zum Naturschutz war nicht immer ohne Spannung. Um Vorurteile zu überwinden und neue Kooperationen zu entwickeln, hat sich im Harz der Hannoveraner Geocaching-Experte und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel, mit dem Nationalpark Harz zusammengetan, um eine gemeinsame Umweltaktion zu starten. 

Konkret geht es darum, der freien Natur, die die Grundlage des Geocachens ist, etwas zurückzugeben. Beim Harzer Walpurgistreffen der Geocacher wird deshalb bereits seit mehreren Jahren immer am 30. April einen ganzen Tag lang mit vereinten Kräften Zivilisationsmüll im Nationalpark Harz gesammelt.

International werden solche Aktionen von den Geocachern CITO-Aktionen genannt – „Cache in, trash out“ oder sinngemäß auf Deutsch: Wer einen Cache in die Natur einbringt, soll als Ausgleich auch Müll wieder herausbringen. Aber natürlich kommt auch der Spaß bei solchen Treffen mit mehreren hundert Geocachern aus dem gesamten Bundesgebiet nicht zu kurz.


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