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Die Tierwelt des Nationalparks

Mit Ruhe und Geduld gibt es viel zu entdecken

Den Ruf des Wanderfalken hören. Spuren eines Rothirsches oder eines Luchses im Schnee entdecken. Heimliche Waldbewohner wie die Wildkatze beobachten. Den Vogelarten der Mittelgebirge wie Ringdrossel, Sperlingskauz und Tannenhäher begegnen. Das sind Erlebnisse, die im Nationalpark Harz mit etwas Glück und Geduld möglich sind. Die verschiedenen Höhenstufen mit ihren unterschiedlichen Lebensbedingungen und ein nordisches Klima bieten außergewöhnlichen Arten Raum. Auch extreme Lebensräume wie Moore, Gebirgsbäche und Blockhalden tragen zur Artenvielfalt bei.

Einige Besonderheiten: Säugetiere

Rothirsch, Reh und Wildschwein sind beeindruckende Wildtiere. Seit kurzem schleicht ihnen in den Wäldern wieder ein großes Raubtier hinterher: der Luchs ist im Harz zurück! Auch seine kleine Schwester, die Wildkatze, hat hier eines ihrer letzten Rückzugsgebiete.

Mit 18 Vertretern ist die Zahl der Fledermausarten bemerkenswert. Ein echter Harzer ist die Nordfledermaus, denn die Art wurde nach Tieren aus dem Harz beschrieben. Sie kommt gut mit dem rauen Klima des Mittelgebirges zurecht und ist die einzige Fledermausart, die selbst noch nördlich des Polarkreises Junge zur Welt bringt.

Außergewöhnlich: Die Vogelwelt

Wanderfalke, Sperlingskauz, Raufußkauz, Tannenhäher oder Schwarzstorch - das sind einige der ornithologischen Kostbarkeiten des Nationalparks.

Vertreter hoher Gebirgslagen leben hier ebenso wie „Klassiker“ der Wälder: Amsel, Buchfink, Fitis, Grasmücken und Zaunkönig sorgen für Konzerte. Der seltene Schwarzspecht lebt hier im Nationalpark als eine von sieben Spechtarten. Spezialisten wie die Wasseramsel beeindrucken durch Anpassung an ihre extremen Lebensräume.

Auf der Brockenkuppe und im umliegenden Waldgürtel nistet mit wenigen Brutpaaren die Ringdrossel, eigentlich ein Vogel der Alpen und des hohen Nordens.

Übersichtlich: Amphibien, Reptilien und Fische

Saures Wasser aus den Mooren, wenige Standgewässer, weite Fichtenwälder: große Teile des Nationalparks Harz sind nicht gerade ein Paradies für Kröten, Schlangen & Co.

Anspruchslose, flexible Arten wie Grasfrosch, Berg- und Fadenmolch oder Waldeidechse erschließen sich dennoch sämtliche Lagen. Auch Erdkröte, Feuersalamander, Blindschleiche und Ringelnatter sind im Nationalpark zu Hause.

Fischen, wie z.B. Bachforelle und Groppe, bieten die Gebirgsbäche spezifische Lebensmöglichkeiten. In den letzten Jahren steigt die Bachforelle wieder bis in die Oberläufe der Harzer Bäche auf und erobert so nach und nach ihr ehemals angestammtes Gebiet zurück.

Heimliche Herrscher: Die Wirbellosen

Insekten, Spinnen und andere Gliedertiere sind für die Ökologie des Nationalparks von grundlegender Bedeutung. Wegen ihrer großen Artenzahl sind sie bisher nur zum Teil erforscht. Bisher wurden im Nationalpark bereits über 4.000 Gliedertierarten nachgewiesen, darunter ca. 1.400 Käfer-, knapp 900 Schmetterlings- und 42 Libellenarten sowie über 400 verschiedene Arten von Webspinnen.

Obgleich der Harz aufgrund seines rauen Klimas vergleichsweise artenarm ist, beherbergt er eine große Anzahl besonderer und seltener Arten, darunter etliche Spezialisten für extreme Lebensräume oder kältere Lagen. Vor allem solche Arten, welche nur in höheren Gebirgslagen oder weit im Norden vorkommen, finden im weiten Umkreis nur hier im Nationalpark geeignete Lebensbedingungen.

Eine große Seltenheiten in Mitteleuropa sind beispielsweise die Arktische Smaragdlibelle und die Alpen-Smaragdlibelle. Sie sind in Deutschland stark gefährdet. In den Harzer Hochmooren finden beide die arktisch-alpinen Lebensbedingungen, an die sie anpasst sind.

Selbst im Winter kann der aufmerksame Beobachter bis hoch zum Brocken noch spezialisierte Spinnen und Insekten auf der Schneeoberfläche herumlaufen sehen. Zu ihnen gehören so absonderlich anmutende Kreaturen wie die Schneemücke, ein flügelloser, langbeiniger Vertreter der Stelzmücken, oder der ebenfalls flügellose Schneefloh, auch Winterhaft genannt, ein Vertreter der Schnabelfliegen.

Eine weitere besondere Rarität ist die sibirische Baldachinspinne Wubanoides uralensis. Sie zählt zu den seltensten und geheimnisvollsten Spinnen Europas und wurde bisher deutschlandweit nur in einzelnen Blockhalden des Harzes entdeckt.

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