Datum: 28.04.2026
Müllsammeln mit Geocacher*innen aus ganz Deutschland
Nationalpark Harz dankt für 20-jähriges ehrenamtliches Engagement zu Walpurgis
Auch dieses Jahr werden am Walpurgistag, dem 30. April, wieder rund 60 Geocacher*innen aus dem ganzen Bundesgebiet in den Nationalpark Harz kommen, um gemeinsam das beliebte Suchspiel zu erleben und dabei das Schutzgebiet von Müll zu befreien. Die Aktion startet ab 11 Uhr am alten Forsthaus auf Torfhaus und endet nach der spielerischen Brockenbesteigung und getaner Arbeit um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Essen in der Bavaria Alm. Wie in den Vorjahren gibt es dafür wieder einen Sonderstempel der Harzer Wandernadel.
„Geocaches" sind versteckte kleine wasserdichte Behälter mit einem Logbuch und oft kleinen Tauschgegenständen, die mithilfe von GPS-Koordinaten entlang der Wege gesucht werden. Unterwegs trifft man dabei oft auch auf Müll, der gleich in Säcke gestopft und mitgenommen wird. Im letzten Jahr kamen so 260 kg Müll zusammen.
Das Treffen hat inzwischen 20-jährige Tradition. 2006 war es vom Altenauer Geocaching-Experten und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel, ins Leben gerufen worden. „Wir wollten als begeisterte Walpurgis-Besucher mal zu gucken, wie viele Geocacher mit zum Tanz in den Mai auf den Brocken kämen. Trotz einem halben Meter Schnee war die Nachfrage enorm", erinnert sich Gründel. „Die Idee, dabei auch Müll zu sammeln, kam nach kurzer Zeit dazu - mit Shuttle-Service seitens der Ranger und Sternwanderung zurück nach Torfhaus, was bis heute Bestand hat", erzählt Gründel.
In einem sensiblen Schutzgebiet wie einem Nationalpark ist die Naturverträglichkeit der Caches und der damit zusammenhängenden Versteck- und Suchaktionen besonders wichtig. Deshalb arbeiten Geocaching-Akteure und der Nationalpark Harz seit vielen Jahren zusammen. Das Verhältnis von Geocaching und Naturschutz war nicht immer ohne Spannung. Speziell in Naturschutzgebieten und Nationalparken ist das Verstecken der Caches nur unmittelbar an den Wegen erlaubt. Tabu ist auch, sie in Spechthöhlen, an Horstplätze seltener Brutvögel oder in Moore zu legen. „Uns geht es konkret darum, Vorurteile zu überwinden und der Natur, die die Grundlage des Geocachens bildet, etwas zurückzugeben", sagt Gründel.
„Wir sind jedes Mal wieder begeistert, wie groß die Bereitschaft der Geocacher-Community ist, bei uns aufzuräumen," sagt Ranger Bernd Boy, der das Treffen von Seiten der Nationalparkverwaltung betreut. „Diese Unterstützung zugunsten des Naturschutzes wissen wir sehr zu schätzen." Als zunehmendes Problem beobachtet Boy die vielen zurückgelassenen Hundekotbeutel im Schutzgebiet. So wenig appetitlich diese für die Müllsammler sind, so unnötig sind die auch. Denn im Nationalpark darf Hundekot - etwas entfernt am Wegesrand – ganz unverpackt liegenbleiben. Alle Nationalparkregeln finden Sie unter https://www.nationalpark-harz.de/regeln