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Datum: 28.04.2026

Erfolgreiche Weiterentwicklung des Nationalparks erfordert öffentliche Wertschätzung und politische Unterstützung

Expert*innengruppe legt Evaluationsbericht zum Nationalparkmanagement im Harz vor

Im Sommer 2023 hatte die Harzer Nationalparkverwaltung ein Evaluierungskomitee aus Vertreter*innen des Bundes, der Länder, der Wissenschaft, der AG Nationalparke, von Nichtregierungsorganisationen und EUROPARC Deutschland zu Gast, das das Großschutzgebiet bereiste und Gespräche mit dem Leitungsteam um Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch führte. Der Besuch war Teil einer Überprüfung des Managements aller deutschen Nationalparke nach einheitlichen Qualitätskriterien. Vor kurzem ist der Gesamtbericht des Evaluierungskomitees erschienen, und auch die Ergebnisse aus dem Nationalpark Harz liegen vor.

In ihrem Bericht zum Harz weisen die Expert*innen auf die „verwaltungsseitigen Besonderheiten" aufgrund der länderübergreifenden Schutzgebietsfläche hin. Außerdem sei der Nationalpark Harz „durch einen hohen Besucherdruck in zentralen Parkteilen, eine teilweise intensiv ausgebaute touristische Infrastruktur, eine großflächige Borkenkäfergradation vor allem in den vorangegangenen Dürrejahren und wiederholte größere Waldbrände mit Schwerpunkt im Jahr 2022 im Brockengebiet (...) aktuell vor große Herausforderungen gestellt", stellt das Evaluierungskomitee fest. „Gerade angesichts dieser herausfordernden Problemlagen sind die Aktivitäten und Ergebnisse der Nationalparkverwaltung bei der Weiterentwicklung des Nationalparks (...) umso höher zu würdigen."

Bezogen auf die deutschen Nationalparke insgesamt zeigt die Evaluierung eine positive Entwicklung. Besonders hervorzuheben sind laut dem Bericht Verbesserungen bei der Ausweitung der Naturdynamikzonen, also jener Flächen, die sich in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden. Ganz entscheidend für den Erfolg der Nationalparke seien deren finanzielle und personelle Ausstattung sowie Engagement und Qualifikation der Mitarbeitenden in den Nationalparkverwaltungen. Gerade die beiden letzten Punkte fallen in allen Nationalparken sehr positiv auf, zudem engagieren sich viele Freiwillige, unter anderem in der Schutzgebietsüberwachung, Gästebetreuung im Gelände oder beim praktischen Arten- und Biotopschutz. Dennoch bestehen in allen Nationalparkverwaltungen zumindest einzelne personelle Engpässe, etwa bei der Gebietskontrolle, im Rangerdienst, in Forschung und Monitoring oder der Umweltbildung.

Von besonderer Bedeutung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Nationalparks Harz sind nach Auffassung der Expert*innen die öffentliche Wertschätzung und politische Unterstützung. Das Komitee würdigte die unstrittigen Erfolge bei verschiedensten Schutz- und Entwicklungsbestrebungen des Nationalparks sowie seine positive Wirkung auf eine nachhaltige Regionalentwicklung. Die überregionale Werbewirksamkeit des Nationalparks und die dadurch - neben den Naturschutzerfolgen - erbrachten touristischen Leistungen, etwa die Wegeunterhaltung, sollten zukünftig noch stärker in den Fokus gerückt werden, empfiehlt das Gremium. Weiterhin zeigt sich, dass die Nationalparkverwaltung vor der Aufgabe steht, sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und überholter Bewirtschaftungsweisen wie etwa den Auswirkungen des Borkenkäfers, Dürreschäden und Brandrisiken auseinanderzusetzen. Diese gingen in ihren Ursachen nicht auf die Schutzgebietsentwicklung zurück, sondern seien überregional zu beobachten, würden aber in der öffentlichen Wahrnehmung schwerpunktmäßig auf dieses Großschutzgebiet projiziert.

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