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Datum: 06.11.2025

Erhaltungszucht für den Artenschutz: Luchsin Rikki ist im Harz angekommen

Die 30-tägige Quarantäne der Katze aus der Ukraine ist ohne besondere Vorkommnisse verlaufen.

Zucht-Luchsin Rikki aus der Ukraine ist im Harz angekommen. Die 30-tägige Quarantäne in der Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen ist ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Ole Anders, der das Harzer Luchsprojekt betreut, haben die Katze dort abgeholt und zum großen Freigehege des Nationalparks Harz an der Rabenklippe gebracht.

"Nach über einem Jahr intensiver Vorbereitung freuen wir uns außerordentlich, dass diese wunderschöne Luchsin kerngesund bei uns im Nationalpark Harz angekommen ist", sagt Dr. Pietsch. "Wir danken allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kyiver Zoo von Nationaler Bedeutung, die diesen Transfer trotz der denkbar schwierigen Umstände ermöglicht haben. Wir können nur ahnen, was es bedeutet in Kriegszeiten und nicht endenden Angriffen auf die Hauptstadt der Ukraine den Betrieb des Zoos aufrecht zu erhalten und sich trotz allem an internationalen Artenschutzprojekten zu beteiligen."

Der Transport des Tieres nach Deutschalnd war eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Galt es zunächst, bürokratische Hürden im Zusammenhang mit der Ausfuhr der geschützten Tierart aus der Ukraine zu überwinden, die erforderlichen Dokumente zu besorgen und die organisatorischen Probleme eines Tiertransports aus dem vom Krieg heimgesuchten Land zu bewältigen, kam es dann auch noch bei den Grenzübertritten zwischen der Ukraine, Polen und der Bundesrepublik zu erheblichen Verzögerungen. "Trotz bester Vorbereitungen bedurfte es eines erfahrenen und unerschrockenen Transporteurs, der die Luchsin über alle bürokratischen Hürden hinweg durch den Zoll und über die ukrainische Grenze in die EU gebracht hat", sagt Anders. 

Dementsprechend erleichtert sind er und Dr. Pietsch nun, dass Riki im Gehege Nationalpark angekommen ist. Pietsch: "Unser Dank geht auch an die zuständigen Behörden hier in Deutschland, die trotz manchem auftretenden Problem stets bemüht waren, Lösungen zu finden und natürlich an die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen, mit deren Leiter Dr. Florian Brandes wir seit Jahren gut zusammenarbeiten und der immer wieder geholfen hat, veterinärrechtliche Fragen zu klären."

Anders ergänzt: "Wir hoffen nun, dass sich Luchsin Rikki schnell in Ihr neues Heim eingewöhnt. In enger Abstimmung mit unseren Partnern in der EAZA bereiten wir uns auf die kommende Paarungszeit der Luchse vor und hoffen sehr auf Luchsnachwuchs im Mai oder Juni 2026."