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Datum: 05.01.2023

Insgesamt sechzehn Brände im Schutzgebiet wurden der Nationalparkverwaltung Harz 2022 gemeldet

Nationalparkverwaltung hat Kreiswaldbrandbeauftragte und Kreisbrandmeister zu Besprechung zum Brandschutz eingeladen

Insgesamt sechzehn Brände im Schutzgebiet wurden der Nationalparkverwaltung Harz 2022 gemeldet. In der Zeit vom 26. April bis 13. Oktober brannte es vier Mal im niedersächsischen Teil des Schutzgebietes, davon dreimal direkt an Straßen, einmal musste ein Brand durch ein unzureichend gelöschtes illegales Lagerfeuer am Oderteich gelöscht werden. Der Teil Sachsen-Anhalts war von zwölf Bränden betroffen. Die Größe der Brandflächen reichte von wenigen Quadratmetern bis maximal 12 Hektar.

Der mit Abstand größte Brand war der am Königsberg südlich des Brockens vom 3. bis 9. September. Dessen Größe wurde auf Basis georeferenzierter Luftbilder einer Drohnenbefliegung kurz nach der Löschung des Brandes sowie von Satellitenbildern durch mehrere Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung unabhängig voneinander mit rund 10 Hektar ermittelt und umfasst alle verbrannten Flächen dieses Ereignisses, auch abgelegenere Brandherde z. B. im Bereich des Moores auf dem Sattel des Berges. Mit einem vorsorglichen Zuschlag ergeben sich somit die veröffentlichten „maximal 12 Hektar". Diese Größe ist von der Nationalparkverwaltung Harz als zuständiger Forstbehörde amtlich festgestellt worden.


Dank an Einsatzkräfte für Engagement und konstruktive Zusammenarbeit

Während einige kleinere Brände schnell von Passanten*innen oder Nationalpark-Mitarbeiter*innen gelöscht werden konnten, mussten häufig die Feuerwehren zum Löschen ausrücken. Dabei gab es zwei mehrtägige Einsätze: Am Königsberg im September und im Bereich Knaupsholz vom 11. bis 14. August. Bei diesen Bränden hatte auch die Nationalparkverwaltung die Einsätze mit Personal, Fahrzeugen und schweren Forstmaschinen unterstützt.

Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch:

„Die Gelegenheit zu Beginn des neuen Jahres nutze ich gerne, mich nochmals ganz herzlich bei allen beteiligten Einsatzkräften für ihr großes Engagement und die im konkreten Einsatz am Brand sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit zu bedanken."

 

Für den 27. Januar hat die Nationalparkverwaltung die Kreiswaldbrandbeauftragten und Kreisbrandmeister aller drei, das Gebiet des Nationalparks abdeckenden Landkreise Göttingen, Goslar und Harz wieder zur regelmäßigen Besprechung zum Brandschutz im Schutzgebiet eingeladen. Pietsch: „Dort wollen wir den bisherigen guten und konstruktiven Austausch fortsetzen und, vor allem auch auf Basis der Erfahrungen der großen Brände des letzten Sommers, das weitere, gerne gemeinsame Vorgehen, die weitere konzeptionelle Ausrichtung und weitere konkrete Maßnahmen dazu besprechen und miteinander vereinbaren."

Genau dies sei auch die richtige Runde dafür. Seit der Unterzeichnung der Wernigeröder Erklärung will der Nationalpark mit den Verantwortlichen des Landkreises Harz eine konzeptionelle Konkretisierung der Vereinbarungen verabreden. Die Nationalparkverwaltung hatte dazu direkt die Initiative ergriffen, bislang kam der erbetene Gesprächstermin jedoch noch nicht zustande. Pietsch: „Bei der weiteren konzeptionellen Ausrichtung des Brandschutzes im Nationalpark benötigen wir dringend die zugesagte Unterstützung der Fachleute der Feuerwehr. Das gilt auch für eine eventuelle Anlage von Brandschneisen, wenn diese, wie z. T. auch öffentlich gefordert, im begründeten Einzelfall als unverzichtbar erachtet werden."

Die für Sachsen-Anhalt beim Landeszentrum Wald geführte Waldbrandstatistik gibt für die Brandorte lediglich die Bezeichnung der zum Teil großflächigen Waldabteilungen als grobe Verortung wieder, nicht die exakten Koordinaten der Brände. Die Nationalparkverwaltung hatte sich 2022 entschieden, für ihr Gebiet eine eigene Zusammenstellung mit genauer Verortung der Brände über das GPS einzuführen, um so auch Brandschwerpunkte genauer zu dokumentieren und damit besser analysieren zu können.