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Datum: 30.06.2022

WaldWandelTage im Nationalpark Harz am 9./10. Juli 2022

Nationalpark Harz lädt ein zur öffentlichen Tagung am 9. Juli in Braunlage – mit Podiumsdiskussion und Sonderstempel

Der Nationalpark Harz lädt alle Interessierten herzlich zu den WaldWandelTagen 2022 ein. Im Rahmen einer öffentlichen Tagung am 9. Juli im Kurgastzentrum in Braunlage beleuchten zahlreiche Expert:innen Themenschwerpunkte rund um die Waldentwicklung im Schutzgebiet und darüber hinaus. In einer anschließenden Podiumsdiskussion besteht für das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Am 10. Juli können Interessierte bei einer geführten Exkursion am Achtermann die Waldentwicklung im Nationalpark Harz noch einmal hautnah  erleben und die vielfältigen Aspekte einer neu entstehende Wildnis zu entdecken. An beiden Tagen gibt es einen Sonderstempel der Harzer Wandernadel, welcher auch für das Abzeichen "Wildnis-Entdecker" gilt.

Die Wälder im Harz durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel. Die Ursachen sind offensichtlich: die menschenverursachte Klimakrise spielt eine wesentliche Rolle, aber auch das menschliche Wirtschaften in der Vergangenheit. Im Nationalpark Harz führt dieser radikale Umbruch zu einem nun sehr schnellen Wandel hin zu großer Naturnähe der früheren großflächig monotonen Wirtschaftswälder. So alarmierend die Ursachen sind, so positiv ist der Effekt für den Nationalpark und mittelfristig auch für dessen Landschaft. Doch die sich so rasch und so tiefgreifend verändernden Landschaftsbilder und die großflächig absterbenden Fichten im Harz ängstigen auch viele Menschen. Touristiker, Wirtschaftsbetriebe und Politiker in der Region machen sich Sorgen über mögliche Konsequenzen. In der öffentlichen Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen.

Angesichts der derzeitigen öffentlichen Diskussionen zu Ursachen, Wirkungen und Chancen im Zusammenhang mit dem unter den aktuellen klimatischen Bedingungen rasant fortschreitenden Waldwandel sieht die Nationalparkverwaltung auf regionaler Ebene noch erheblichen Kommunikationsbedarf. Aus diesem Grund veranstaltet der Nationalpark Harz eine öffentliche Tagung „WaldWandelTage" am 9. Juli 2022 im Kurgastzentrum in Braunlage. Damit will die Nationalparkverwaltung ein Angebot der sachlichen Information machen und damit zum besseren Verständnis in der Öffentlichkeit beitragen.

Einladung an Bewohner der Nationalparkregion und interessierte Öffentlichkeit

Die „WaldWandelTage" richten sich neben dem geladenen Fachpublikum besonders an die Bewohner der Nationalparkregion und die interessierte Öffentlichkeit.

Im Rahmen der Tagung am 9. Juli 2022 im Kurgastzentrum Braunlage werden die vielfältigen Facetten des natürlichen Waldwandels – insbesondere auch unter den aktuellen klimatischen Entwicklungen – durch ein breit aufgestelltes Spektrum an Fachvorträgen namhafter Expert:innen sowie Mitarbeiter:innen der Nationalparkverwaltung Harz näher beleuchtet. Einer der thematischen Schwerpunkte dabei soll der Waldwandel in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sein.

Fach-Vorträge

Die Vorträge halten Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Prof. Dr. Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Georg-August-Universität Göttingen, Dr. Peter Meyer, Leiter der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Hann. Münden, Dr. Katharina Tiebel, Expertin für Waldbau an der Technischen Universität Dresden, sowie Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, die den Waldwandel im Harz in der Außenperspektive beschreibet, Sabine Bauling, die für die Waldbehandlung zuständige Fachbereichsleiterin der Harzer Nationalparkverwaltung, und Naturschutzbiologin Anne Graser, Doktorandin an der Universität Göttingen, die über die Auswirkungen von Störungen in Wäldern auf Vögel und Nachtfalter berichtet.

Podiumsdiskussion

Eine anschließende Podiumsdiskussion soll ausreichend Raum für kritische Auseinandersetzungen mit dem anwesenden Fachpublikum, der interessierten Öffentlichkeit sowie regionalen Akteuren aus Politik und Wirtschaft bieten. Daran nehmen neben Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Prof. Dr. Ammer auch Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage, Andreas Meling, Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, und Ralf Grimpe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Wernigerode der IHK Magdeburg teil. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich hierbei mit Fragen einzubringen.

Geführte Exkursion in das Nationalparkgebiet

Zum Abschluss der Tagung haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Waldentwicklung im Nationalpark Harz im Rahmen einer geführten Exkursion am 10. Juli (mit Anmeldung) zum Achtermann noch einmal hautnah zu erleben. Dabei können sie die vielfältigen Aspekte einer neu entstehenden Wildnis entdecken.

Eine neue wilde Waldgeneration - Impressionen vom Wald im Wandel zur Wildnis

Eine junge wilde Waldgeneration wächst zwischen den abgestorbenen Alt-Fichten der ehemaligen menschengeprägten Wirtschaftswälder heran. In höheren Lagen bleiben die Fichten dominant, in den tieferen und mittleren Lagen erobern Laubwälder ihre angestammtes Areale zurück.

der gleiche Hang 2018 mit zahlreichen jungen Laubbäumen bewachsen
Abgestorbene Fichten an einem Hang 2009

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