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Datum: 12.04.2022

Rotkehlchen, Singdrossel, Kleiber und Buchfink sind die häufigsten Sänger am Abend

Dr. Gunter Karste vom Nationalpark Harz hat die Teilnehmer einer Vogelstimmenwanderung ins Zwölfmorgental geführt.

Morgens und abends ist der Vogelgesang für menschliche Zuhörer besonders stimmungsvoll. Die musikalische Aktivität unserer heimischen Singvögel wird auch von der Umgebungshelligkeit beeinflusst. Die verschiedenen Vogelarten beginnen zu unterschiedlichen, aber jeweils regelmäßigen Zeitpunkten im Verlauf der Morgendämmerung mit ihrem Gesang. Vogelkundler haben aus dieser „Pünktlichkeit" der gefiederten Sänger die „Vogeluhr" abgeleitet. Die Frühaufsteher unter den Singvögeln sind Garten- und Hausrotschwanz, die sich schon mehr als eine Stunde vor Sonnenaufgang bemerkbar machen. Vielen Menschen, die morgens früh rausmüssen, dürfte auch der melodische Gesang der Amsel vertraut sein. Sie gehört auch zu den Letzten, die abends noch ein Lied anstimmen, ebenso wie das Rotkehlchen. Und sogar nachts singen manche Vögel, wie zum Beispiel die Nachtigall.

 

Vogelstimmen des Abends


Den Gesang der heimischen Singvögel hat Dr. Gunter Karste vom Nationalpark Harz kürzlich den Teilnehmern einer der Vogelstimmenwanderungen erläutert, die nach einer zweijährigen, corona-bedingten Pause in diesem Jahr wieder stattfinden. Seit vielen Jahren bietet der Nationalpark Harz in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkhochschule Harz, dem Harzklub Zweigverein Wernigerode und dem NABU-Kreisverband Harz zwei ornithologische Wanderungen an: Vogelstimmen des Abends im April ab 18 Uhr und Vogelstimmen des Morgens im Mai ab 4.30 Uhr.

Die Wanderrouten variieren. In diesem Jahr startete die Gruppe mit Dr. Karste die abendliche Wanderung am Schanzenhaus im Zwölfmorgental. Das Wetter spielte allen schlechten Prognosen zum Trotz einigermaßen mit. Auf dem Weg zur Harburg installierte die Familie Ahrendt einen ornithologischen Lehrpfad, der dazu einlädt, die abendliche Tour noch einmal ganz in Ruhe für sich allein Revue passieren zu lassen. Die ansprechenden Tafeln machen es dem Interessierten möglich, sich den Gesang des dargestellten Vogels über einen QR-Code anzuhören. So kann man sich aus der Vielzahl der Vogelstimmen am Tafelstandort die abgebildete Art „herausfiltern".

 

15 Vogelarten gezählt


Bei der Vogelstimmenexkursion am Mittwoch, 6. April, konnten immerhin 15 Vogelarten gezählt werden, berichtet Dr. Karste. Das waren allerdings deutlich weniger als bei der Vorexkursion, bei der 25 Arten gezählt wurden. „Obwohl die Teilnehmerzahl mit 38 Personen sehr hoch war, gelang es, selbst das relativ leise singende Rotkehlchen zu hören. Das Rotkehlchen, die Singdrossel, der Kleiber und der Buchfink waren auch am häufigsten wahrzunehmen", berichtet er. „Aber auch der Schwarzspecht, der Buntspecht und ein Sperber, der die ganze Singvogelgesellschaft erregte, konnten registriert werden."
An der Vogelartenzusammensetzung erkennt man, dass die Wanderroute um die Harburg sehr abwechslungsreich ist, sagt Karste: Lebensraumvielfalt bedeutet oft auch Artenvielfalt. Neben Buchen- und Eichenwäldern trifft man u.a. auch auf Feldgehölze, Hochstaudenfluren und auf die Zwölfmorgentalwiese.

Die Mai-Exkursion „Vogelstimmen des Morgens" findet am Samstag, 21.05., statt und startet um 4.30 Uhr am Parkplatz hinter dem Forsthaus am Armeleuteberg (keine Anmeldung erforderlich).

Zwei weitere Vogelexkursion „Vogelstimmen entdecken mit dem Biologen Dr. Hermann Martens" beginnen am Sonntag, 01.05., um 6.00 Uhr, sowie Samstag, 11.06., um 8.00 Uhr am Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus (Anmeldungen erforderlich unter Telefonnummer 05320-331790 oder post@torfhaus.info. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt).


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