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Datum: 29.04.2019

Wie kommen die „Elefantenohren“ in den Wald?

Buchen-Naturverjüngung im Nationalpark Harz

Augen auf beim Spaziergang im jetzt ergrünenden Wald. Wer jetzt aufmerksam schaut, wird in der Nähe alter Buchen kleine grüne „Elefantenohren“ im vorjährigen Laub entdecken können.

Wenn es auch auf Anhieb nicht gleich zu vermuten ist – das sind winzig kleine Rotbuchensämlinge. Sie keimen aus den Bucheckern, die im vergangenen Herbst auf den Waldboden fielen. Wieviel davon werden wohl einmal ein stattlicher Baum werden wie diese über 200 Jahre alte Buche am Molkenhaus im Nationalparkrevier Plessenburg?

Auf dem Weg zu einem Baummethusalem lauern viele Gefahren. Bucheckern sind beliebte Winternahrung für Hirsch, Wildschwein und Reh, aber auch für Mäuse, Eichhörnchen und Vögel, z. B. den Buchfink.

Im Frühjahr werden die Keimlinge gern von Wildtieren gefressen, sozusagen als „grüner Salat“. Aber auch später als kleine Bäumchen ist das Leben der jungen Buchen nicht ungefährlich. Von Tausenden Sämlingen werden nur ganz wenige zu richtigen Buchen heran wachsen, die wieder Bucheckern produzieren – und der Waldkreislauf beginnt von vorn, so Sabine Bauling, Fachbereichsleiterin Wald im Nationalpark Harz.

Übrigens waren zwei Drittel der Waldflächen des Nationalparks Harz ursprünglich Buchenwälder, derzeit ist es nur knapp ein Fünftel. Die Waldentwicklungsmaßnahmen des Nationalparks leisten u.a. durch das Pflanzen von Buchen in naturfernen Fichtenforsten der unteren und mittleren Höhenlagen des Harzes einen Beitrag zu mehr Naturnähe in den Wäldern. Aus den kleinen gepflanzten Buchen werden sich die Samenbäume für zukünftige Waldgenerationen entwickeln.

So geht der Nationalpark Harz entsprechend seines Zonierungskonzepts einen Mittelweg zwischen „Natur Natur sein lassen“ wo es schon geht und „Natürliche Entwicklungen fördern“ wo es noch nötig ist. Näheres zu dieser Gliederung in Zonen finden Sie hier