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Datum: 12.06.2018

Borkenkäfer-Sicherungsstreifen wird sukzessive ausgelagert

Weitere 2.800 ha Nationalpark-Wald können so bis 2022 in eine natürliche Waldentwicklung überführt werden

Bislang existiert entlang der Außengrenze des Nationalparkgebiets im Harz ein 500 Meter breiter Sicherungsstreifen, in dem eine Bekämpfung des Borkenkäfers erfolgt, um angrenzende Wirtschaftswälder zu schützen. Dieser Sicherungsstreifen soll in den nächsten Jahren zunächst auf niedersächsischer Seite sukzessive in die angrenzenden bewirtschafteten Wälder der Niedersächsischen Landesforsten verlagert werden. Dadurch wird es bis zum Jahr 2022 möglich, dass sich die Natur auf weiteren 2.800 ha der Nationalparkfläche im Sinne des Nationalparkgedankens frei entfalten darf.

Wie der Niedersächsische Heimatbund in seiner WEISSEN MAPPE 2018 mitteilt, ist das Landeskabinett nach der Ressorteinigung dem Vorschlag gefolgt, den 500 m breiten Borkenkäfersicherungsstreifen im Nationalpark Harz weitestgehend aufzulösen und die Verantwortung für den Schutz gegen Borkenkäfer sukzessive an die angrenzenden Forstämter der Niedersächsischen Landesforsten abzugeben.

Hintergrund ist die im Jahr 2017 von der Niedersächsischen Landesregierung beschlossene Umsetzung der Nationalen Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt, die vorsieht, 10% der Landeswaldfläche aus der Nutzung zu nehmen und natürliche Waldentwicklung zuzulassen (= NWE10). In diesen 10% sind auch die bereits im Lande bestehenden Flächen enthalten, die der natürlichen Waldentwicklung überlassen sind, so auch der Nationalpark Harz.

Neu ist, dass auch die Flächen, die im Borkenkäfer‐Sicherungsstreifen liegen, in diese 10% Landeswaldflächen eingerechnet werden. Dies bedeutet, dass weitere 2.800 ha Nationalpark-Wald künftig der natürlichen Entwicklung überlassen werden kann und somit die Nationalpark‐Zielsetzung "Natur Natur sein lassen" auch in diesen Bereichen voll zum Tragen kommen kann.

Die Verlagerung erfolgt stufenweise und sie beginnt damit, dass zwischen dem Nationalpark Harz und den angrenzenden Niedersächsischen Landesforsten eine enge Zusammenarbeit bei der Borkenkäferbekämpfung vereinbart wurde, so dass neuer Befall innerhalb des Nationalparks nicht mehr beseitigt werden muss. Beginnend mit dem Jahr 2018 wird Verantwortung für die Borkenkäfersicherung bis 2022 schrittweise an die angrenzenden Forstämter übertragen. In der Anfangsphase unterstützen die Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung die Forstämter bei den durchzuführenden Maßnahmen.

Zum Jahresbeginn 2018 wurde die Zuständigkeit für 650 Hektar Fläche zwischen der B4 bei Torfhaus und dem Stieglitzeck in die Verantwortung der Landesforsten übergeben. Die nächsten Abschnitte werden jährlich mit den Forstämtern gemeinsam festgelegt.

Die Umsetzung ist gemäß dem folgenden zeitlichen Stufenplan vorgesehen.

Jahr

Fläche (ha)

2018

650

2019

400

2020

550

2021

400

2022

800

Sowohl die Niedersächsischen Landesforsten als auch der Nationalpark Harz profitieren von diesem Vorgehen: Der Nationalpark kann dadurch auf weiteren Flächen die Nationalparkzielsetzung „Natur Natur sein lassen“ umsetzen. Die Landesforsten „sparen“ im gleichen Umfang Flächen, die sie ansonsten in die 10 % Nutzungsaufgabe hätten einbringen müssen.