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Datum: 16.04.2017

Auch in Torfhaus zieht der Frühling ein

WaldWandelWeg wieder bestückt

Der Frühling beginnt rund um das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus immer etwas später. Dafür zeigt er sich aber in einer bescheidenen und einzigartigen Schönheit. Zahlreiche Wanderwege, wilde Landschaften und besondere Kleinode der erwachenden Natur warten darauf, entdeckt zu werden. In diesen Tagen wurden auch die informativen Tafeln des WaldWandelWeges bei TorfHaus wieder installiert und der Pfad erwartet wieder zahlreiche Besucher.

Rund um TorfHaus ist der Wald aktuell stark im Wandel. Beim Anblick von Kahlflächen oder toten Bäumen stellen sich Fragen: Wie wird der Harzer Wald der Zukunft aussehen? Wie wirken sich der Klimawandel und seine Folgen, z.B. Orkane oder Sommertrockenheit, auf das Wachstum der Fichte aus? Wie profitiert der Borkenkäfer davon? Wer sich da immer noch nicht ganz sicher ist, wie das nun alles zusammenhängt oder wer noch einen Tipp für einen schönen Rundgang benötigt, der ist herzlich eingeladen, sich im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus und auf dem WaldWandelWeg zu informieren.

Wald im Wandel - anschaulich erklärt

Dem „Wind-Sturm“ folgt ein „Käfer-Sturm“ – so ist es auf einer der Info-Tafeln zu lesen. Was verbirgt sich hinter dieser Aussage? Oberhalb von etwa 800 m Höhe befindet sich der natürliche Lebensraum der Fichte. Dem rauen Klima widersteht sie in diesen Höhenlagen. Unterhalb von 800 m wächst sie zwar auch, wird aber zunehmend durch Sommertrockenheit beeinträchtigt. Im Falle eines Windwurfs profitiert der Fichtenborkenkäfer ebenfalls vom milderen Klima der mittleren Höhenlagen. Massenhaft umgeworfene und absterbende Fichten ermöglichen eine sprunghafte Vermehrung des Borkenkäfers. Dieser Vielzahl können sich dann auch viele der stehenden Fichten nicht mehr erwehren. Aber: Das ist kein Grund zur Sorge, am Ende steht nicht ein toter Wald, sondern sprießendes Leben aus jungen Fichten, Ebereschen, Weiden und Birken.

Der WaldWandelWeg ist ausgehend vom Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus am Großparkplatz Torfhaus mit einer Wanderung von ca. 1,5 Kilometern leicht erreichbar.

Wenn Sie den Natur-Erlebnispfad im Rahmen einer Rundwanderung erleben wollen, empfiehlt sich die 4,5 Kilometer lange Tour „Rund um das Große Torfhausmoor, auf dem Besucher sowohl die Schönheiten des Hochmoors als auch die vitale, ursprüngliche Kraft des Waldes und die Walddynamik begegnen.

Naturerlebnispunkt am Quitschenberg

In Ergänzung zum WaldWandelWeg wurde zusätzlich ein weiterer Naturerlebnispunkt eingerichtet. Auf der beliebten Wanderung über den Goetheweg zum Brocken erreichen die Wanderer nach ca. 3,5 km den Quitschenberg. Nach einer starken Borkenkäfer-Massenvermehrung ist hier seit den 1990er Jahren die neue Waldentwicklung in vollem Gang. Gerade auf den damals nicht aufgearbeiteten Flächen sprießen heute Ebereschen, Weiden und Fichten – die nachwachsende Waldgeneration prägt zunehmend das Bild. Hier zeigt sich, dass der Borkenkäfer nicht der letzte Akteur sein in dem Schauspiel wird, das die Natur hier in ihrer ganzen Dynamik entfaltet.


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