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Datum: 11.01.2016

2015 stand ganz im Zeichen der Wildtierbotschafter

Ein Rückblick auf das vergangene Junior-Ranger-Jahr

2015 standen die Aktivitäten der Junior-Ranger-Gruppen des Nationalparks Harz ganz im Zeichen des Wildtierbotschafter-Projektes, dem ersten gruppenübergreifenden Vorhaben für ältere Junior-Ranger. 20 Kinder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren wollten noch aktiver für den Naturschutz werden. Ihr Ziel war es, bei Menschen in ihrer Region Sympathien für ausgewählte besonders schützenswerte Tiere zu wecken, die in der Nationalparkregion heimisch sind oder es vielleicht wieder werden.

Für die dafür notwendige fundierte Ausbildung konnten wir einige Experten des Nationalparks begeistern. Mit anschaulichen und spannenden Vorträgen wurde über Feuersalamander, Luchs und Wolf, Fledermäuse, Wasseramsel und Wildkatze informiert. Daneben haben die Experten auch dargestellt, was die Kinder in der Praxis für die Tiere tun können. Natürlich gab es noch eine Menge Fragen der Kinder.

Die Kinder hielten ihr neu erworbenes Wissen in ihrem Wildtierbotschafter-Pass fest, der sie durch ihre Ausbildung begleitete. Nach dem Workshop trafen die Kinder in ihren Gruppen eine Auswahl an Tieren, für die sie persönlich aktiv werden wollten. Die Ausbildung ging dann in den einzelnen Junior-Ranger-Gruppen weiter und die Kinder waren aufgefordert, sich selbst in Eigenarbeit weiteres Wissen zu den ausgewählten Tieren anzueignen. Nach einer Generalprobe in ihren Gruppen, bei der sie den anderen Junior-Rangern ihr neu erworbenes Wissen auf vielfältige Art und Weise nahe brachten, konnten sie auch in der Öffentlichkeit aktiv werden. Sie informierten über die schützenswerten Tiere in ihren Klassen, bei Festen oder Märkten. Eine Gruppe sammelte z.B. Spenden zur Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen eines Harzer Schafhalters, damit der Wolf auch im Harz willkommen geheißen wird und die Akzeptanz für das eventuell zurückkehrende Tier steigt.

Auch die Gemeinschaftsaktionen der Junior-Ranger-Gruppen standen ganz im Zeichen des Projektes. Beim Wildniscamp bearbeiteten die Kinder einen (fiktiven) Forschungsauftrag des Nationalparks und gingen auf Spurensuche bei ihrer Expedition ins Harzer Tierreich. Besonders aufregend war in diesem Jahr die Begegnung mit einem Wilddieb, der den Harzer Luchsen nachstellte. Glücklicherweise konnte er von den Wildtierbotschaftern gestellt, bekehrt und zur Einsicht gebracht werden.

Die jährliche Junior-Ranger-Fahrt ging ins Wolfsgebiet in die Südheide. Die Kinder trafen die dortigen Wolfsberater und konnten tatsächlich Fährten und andere Spuren ortsansässiger Wölfe verfolgen. Ihr bereits gesammeltes Wissen konnten sie anwenden, vertiefen und erweitern.

Bei der Auszeichnungsaktion, die unter dem Motto stand „Warum Rotkäppchen lügt: vom Wolf und anderen Wildtieren", gestalteten zunächst alle Wildtierbotschafter gemeinsam das Programm des Tages und brachten den Gästen und Familien ihr inzwischen vertieftes Wissen auf vielfältige Art näher. Die Gäste konnten unter anderem einmal nach Nahrung tauchen wie eine Wasseramsel, Gefahren ausweichen wie ein Feuersalamander oder laufen wie ein Wolf. Es gab Informationen zur Wildkatze und Fledermaus und neben drei Wolfsstationen gaben Rotkäppchen und der Wolf gebackene Wolfstatzen gegen eine Spende ab, die ebenfalls für die Herdenschutzmaßnahmen eines Harzer Schafhalters eingesetzt wurden.

Im Anschluss an die Aktivitäten wurden zunächst 16 Jahresplaketten übergeben, 11 Nationalpark-Scouts sowie 5 Junior-Ranger ausgezeichnet. Meike Hullen, die Leiterin des Fachbereichs Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark Harz, überreichte 4 Kindern nicht nur eine Junior-Ranger-Ehrenurkunde für ihr besonderes Engagement, sondern auch ein Buchpräsent. Schließlich erhielten 20 Wildtierbotschafter als Auszeichnung eine Urkunde sowie als Erkennungszeichen, sozusagen als „Berufskleidung", ein Hoodie mit dem Wildtierbotschafterabzeichen.

Damit ist das Projekt aber nicht beendet, denn wir freuen uns auf viele weitere Einsätze unserer Wildtierbotschafter!

Anfang 2016 hatten sie bereits einen eher repräsentativen Einsatz bei der Fusionsjubiläumsfeier des Nationalparks Harz. Hier konnten sie ihr Projekt einer breiten Öffentlichkeit bis hin zu den beiden Ministerpräsidenten Stefan Weil (Niedersachsen) und Dr. Rainer Haseloff (Sachsen-Anhalt) präsentieren.