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Scharfenstein

Wanderungen rund um den Scharfenstein

Von Ilsenburg kommend wandern Sie entlang der wild-romantischen Ilse, dem Heinrich-Heine-Weg folgend über Sand- und Tiefenbachtal und erreichen schließlich unsere beiden Blockhütten am Fuß der Scharfensteinklippe. Weiter hinauf gelangen Sie an der Bismarckklippe vorbei bis zum Brocken. Auf dem 12 km langen Weg bietet sich Ihnen die ganze Palette der im Nationalpark vorkommenden Waldgesellschaften – achten Sie doch einmal auf den Wechsel der Baumarten und -mischungen.


Von Bad Harzburg geht es über die Nationalpark-Waldgaststätte „Molkenhaus“, die Eckertalsperre querend, vorbei am Frankenbergstein hinauf zur Rasthütte und Rangerstation am Scharfenstein. Nach kurzer Rast wandern Sie von hier weiter zum Brocken oder wieder hinab nach Bad Harzburg.


In östlicher Richtung kommen Sie zur Nationalpark-Waldgaststätte „Plessenburg“ und von dort weiter nach Drei Annen Hohne oder in die Bunte Stadt am Harz, Wernigerode.


Eine Tour ganz besonderer Art ist der Abstieg vom Scharfenstein durch das Eckertal entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, des heutigen Grünen Bandes, nach Stapelburg.


Scharfenstein – Geschichte und Gegenwart

  • Seit 1420 wird das Gebiet um den Scharfenstein als Pferdeweide von Ilsenburg genutzt, ein erstes Hirtenhaus entsteht.
  • Ab 1500 finden erste größere Holznutzungen im oberen Eckertal durch die „Brüningsche Sägemühle“ statt.
  • Mit Gründung eines eigenständigen Forstreviers entsteht gegen 1875 das Forsthaus Scharfenstein durch Fürst Otto von Stolberg.
  • Um 1920 folgt eine kleine Waldsiedlung mit mehreren Häusern; der Scharfenstein entwickelt sich zu einer beliebten Ausflugsgaststätte mit Übernachtungsmöglichkeiten.
  • Am 11./12. April 1945 besetzen amerikanische Truppen kampflos den Scharfenstein, ab Juli 1945 bestimmen russische Besatzungstruppen das Leben am Scharfenstein.
  • Mit Gründung der DDR 1949 und Bildung der staatlichen Forstverwaltungen lebt die organisierte Forstwirtschaft am Scharfen­stein wieder auf.
  • 1955 entsteht die erste Holzkaserne südlich der 698 Meter hohen Scharfensteinklippe.
  • 1961 - 1964 erfolgt der Abriss alter Gehöfte und des Forsthauses.
  • 1969 Bau einer Kaserne am Frickenplatz (etwa am heutigen Standort der Blockhäuser).
  • 1999/2000 erfolgt der Abriss der Kaserne mit gleichzeitiger Renaturierung der Flächen durch den Nationalpark Hochharz.
  • Am 5.4.2002 eröffnet der Nationalpark zwei Blockhäuser für Umweltbildungsprogramme mit einem Imbissangebot für Wanderer.
  • Heute wie damals ist der Scharfenstein ein Schnittpunkt vieler Wanderrouten im Dreieck Bad Harzburg – Brocken – Ilsenburg.

Betrachtet man heute die Flächen am Fuß der Scharfensteinklippe, so kann man kaum glauben, dass hier vor wenigen Jahren Kasernen-gebäude der Grenztruppen der DDR standen. Für den Nationalpark stand fest, dass diese Gebäude nicht in ein Gebiet passen, in dem natürliche Prozesse das Geschehen bestimmen.


Heute erfreuen sich Wanderer am Scharfenstein nicht nur an den renaturierten Wald- und Wiesenflächen. Täglich von 10 bis 16 Uhr gibt ein Ranger Auskunft und Tipps zu Wegen, Wetter und der sagenumwobenen Bergwildnis im Nationalpark Harz (Tel. 01 60 / 7 14 88 27).


Impressum

Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode

Tel. 0 39 43 / 55 02 - 0, Fax 0 39 43 / 55 02 - 37

poststelle@nationalpark-harz.de

Text: Dr. G. Karste, H. Möller, E. Selz, F. Steingaß

2013


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