Auf dem Goetheweg zum Brocken
Länge: 16 Kilometer (Hin- und Rückweg)
Dauer: 5 - 6 Stunden
Zu Beginn Ihrer Wanderung empfehlen wir Ihnen einen Besuch des National-Besucherzentrums TorfHaus. Hier erfahren Sie viel über die Region und den Nationalpark Harz. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt Ihnen, was Sie auf Ihrer Tour zum Brocken erwartet, und stimmt sie auf die einzigartige Landschaft ein.
Auch Johann Wolfgang Goethe brach am 10. Dezember 1777 in Begleitung des Försters Degen von Torfhaus aus zu seiner ersten Brockenbesteigung auf. Die Wanderung durch unwegsames Gelände bei tiefem Schnee hinterließ nachhaltigen Eindruck bei dem Dichter. Welche Route Goethe seinerzeit eingeschlagen hat, ist heute nicht mehr genau zu rekonstruieren. Ausgehend vom Großparkplatz Torfhaus gehen wir ein kurzes Stück entlang der B 4 in Richtung Braunlage, bevor der Goetheweg links abzweigt. Die Häuser von Torfhaus, wo derzeit eine neue Ferienhaussiedlung entsteht, hinter uns lassend folgen wir der Ausschilderung und biegen rechts in den Fichtenwald ein. In den Sommermonaten werden wir bald nach links auf einem Bohlenpfad über das Große Torfhausmoor geleitet, einem der größten und ältesten Moore des Harzes. Von hier aus bietet sich ein großartiger Blick über die gewölbte Hochmoorfläche hin zum Brocken.
Zurück auf dem Goetheweg begleiten wir den künstlich angelegten Abbegraben, Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Oberharzer Wasserwirtschaft“ - einem umfangreichen System von Gräben und Teichen, das zwischen 1536 und 1866 von Harzer Bergleuten zum Antrieb der „Künste“ des Bergbaus angelegt wurde.
Nach einem ersten kurzen Anstieg erreichen wir den Quitschenberg, auf dem zu Goethes Zeiten noch viele „Quitschen“ (= Ebereschen) wuchsen. Die toten Fichten, die Sie hier sehen, wurden durch einen Borkenkäfer, den Buchdrucker, zum Absterben gebracht. Er ist ein natürlicher Bewohner unserer Wälder. Tritt er jedoch in Massen auf, kann er die durch Umwelteinflüsse geschwächten Fichten binnen kurzer Zeit töten. Am Quitschenberg wurde die Vermehrung des Borkenkäfers nicht, wie sonst üblich, durch Motorsäge, Schäleisen und Lockstofffalle aufgehalten. Hier hilft sich die Natur aus eigener Kraft. Erste Erfolge sind schon zu erkennen: Viele lichthungrige Ebereschen erobern die Freifläche zurück. Erste Fichten folgen.
Unsere Wanderung führt uns weiter durch dichten Fichtenwald. Wir streifen das Brockenfeldmoor und erreichen wenig später den „Eckersprung“, die Quelle der Ecker. Wir verlassen hier den schützenden Wald und beginnen mit dem eigentlichen Brockenaufstieg. Der Wuchs der Fichten wird hier gedrungener, denn mit zunehmen-der Höhe fällt es ihnen schwer, sich gegen die extrem raue Witterung zu behaupten.
Auf dem neu ausgebauten Weg entlang der Brockenbahn durchqueren wir auf einem Bohlenweg das Goethemoor bis hin zur Brockenstraße. Immer näher kommen wir nun dem höchsten Gipfel des Harzes. Geologisch gesehen stellt er ein gewaltiges Granitmassiv dar. Das Klima ist bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 2,9 °C, ca. 300 Nebeltagen und hohen Windgeschwindigkeiten extrem rau und entspricht in etwa dem der Alpen in 2.000 m Höhe. So kommt es, dass wir in ca. 1.100 m Höhe die wohl natürliche Waldgrenze des Brockens passieren, oberhalb der eine Zwergstrauchheide wächst.
Oben angekommen empfehlen wir Ihnen den Besuch des Brockenhauses, das als Nationalparkhaus täglich geöffnet hat. Mit seinen zahlreichen Präsentationen gibt es Auskunft über den Nationalpark Harz, Flora, Fauna und Geologie aber auch über die wechselhafte Geschichte des Berges.
Weitere Informationen zur Brockenkuppe können Sie im Faltblatt „Der Brocken im Nationalpark Harz“ nachlesen.
Der Rückweg erfolgt auf gleicher Strecke.
Kontakt
Nationalpark- Besucherzentrum TorfHaus, Tel. 0 53 20 / 33 17 90, www.torfhaus.info
Brockenhaus, Tel. 03 94 55 / 5 00 05, www.nationalpark-brockenhaus.de
Impressum
Nationalpark Harz, Lindenallee 35, 38855 Wernigerode
Tel. 0 39 43 / 55 02 - 0, Fax 0 39 43 / 55 02 - 37
poststelle@nationalpark-harz.de
Text: K. John, T. Schwarzenberger, F. Knolle
1. Aufl., 2011