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Die Gebietsgliederung des Nationalparks Harz

Das Ziel „Natur Natur sein lassen“ ist in immer größeren Bereichen des Nationalparks möglich

Der Nationalpark Harz ist wie viele Nationalparke der Industrieländer in einer Kulturlandschaft entstanden. Nahezu alle Lebensräume sind deshalb durch menschliches Handeln beeinflusst. Das führte dazu, dass in vielen Bereichen die ursprünglich standortsheimischen Tier- und Pflanzenarten durch Bergbau, Holznutzung und Beweidung verdrängt wurden.

Aufgabe und Ziel des Nationalparks ist es, die für das Gebiet typischen Ökosysteme und ihre natürliche Vielfalt wieder zu fördern und zu erhalten. Natürliche Prozesse sollen dabei möglichst ungestört ablaufen, wir wollen also die „Natur Natur sein lassen“ und möglichst nicht mehr eingreifen. Als Entwicklungsnationalpark braucht die Landschaft in einigen Bereichen jedoch momentan noch Unterstützung auf dem Weg zu mehr Naturnähe.

Der Zustand von Natur und Landschaft und der Grad menschlicher Eingriffe wird im Nationalpark durch die Gliederung des Gebietes in Naturdynamikzone, Naturentwicklungszone und Nutzungszone dargestellt. Diese Gebietsgliederung wird im fünfjährigen Rhythmus überarbeitet. Die letzte Aktualisierung erfolgte zum 1.1.2016.

Der Schutzzweck des Nationalparks umfasst für seine gesamte Fläche folgende Aufgaben:

  • Gewährleistung eines möglichst ungestörten Ablaufs der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Fortentwicklung für die gebietstypischen natürlichen und naturnahen Ökosysteme auf mindestens 75 % der Fläche
  • Erhalt der natürlichen Vielfalt an Lebensräumen, Lebensgemeinschaften und Tier- und Pflanzenarten des Harzes von den Hochlagen bis zur collinen Stufe 
  • Vermeidung einer Verschlechterung der Lebensräume und der Habitate der Arten sowie erheblicher Störungen von Arten
  • Schaffung von Voraussetzungen für eine natürliche Wiederbesiedlung durch Pflanzen- und Tierarten, die aus dem Gebiet ganz oder weitgehend verdrängt sind
  • Erhalt oder Wiederherstellung der besonderen Eigenart, landschaftlichen Schönheit, Ruhe und Ungestörtheit des Gebietes 
  • Erhalt der besonderen geologischen und bodenkundlichen Erscheinungsformen in ihrer Ursprünglichkeit
  • Erhalt der Pflegebereiche in typischen Beispielen durch Pflegemaßnahmen

Diesen Aufgaben und dem tatsächlichen Zustand von Natur und Landschaft entsprechend wurde für den Nationalpark Harz eine Gebietsgliederung mit den folgenden drei Bereichen erstellt.

 

 

 

 

 

Naturdynamikzonen

Als Naturdynamikzonen werden Flächen bezeichnet, die sich in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden. International werden diese wertvollen Gebiete in der Regel als „Kernzonen“ bezeichnet. 

Hier finden keine Waldentwicklungsmaßnahmen mehr statt. Dennoch werden in einem Randbereich zu benachbarten Waldgebieten zum Schutz der hier befindlichen Wirtschaftswälder Borkenkäfer bekämpft – angesichts der aktuellen Klimaentwicklung örtlich eine wichtige Maßnahme.

Der Anteil der Naturdynamikzonen am Nationalpark Harz umfasst derzeit 60,3 %.

 

 

 

Naturentwicklungszonen

Naturentwicklungszonen sind Flächen, die sich mit Unterstützung von schonenden Waldentwicklungsmaßnahmen zu Naturdynamikzonen weiterentwickeln. Die dazu erforderlichen Maßnahmen wie die Unterpflanzung von Fichtenforsten mit Laubbäumen sind zeitlich befristet und nicht auf Bewirtschaftung ausgerichtet. Zudem wird in der Naturentwicklungszone bei Bedarf noch aktives Borkenkäfermanagement durchgeführt.

Der Anteil der Naturentwicklungszonen an der Nationalparkfläche beträgt 38,5 %.

 

 

 

Nutzungszonen und Wasserflächen

Als Nutzungszonen sind kulturhistorisch wertvolle Flächen wie Bergwiesen, Bergheiden und Schwermetallrasen  ausgewiesen. Hier werden auch langfristig Pflegemaßnahmen durchgeführt, beispielsweise Mahd oder Beweidung auf den Bergwiesen.

Zudem fallen einige Siedlungs- sowie touristische Erholungsbereiche in die Nutzungszone, beispielsweise die beliebten Rodelhänge am Torfhaus.

Der Anteil der Nutzungszonen an der Nationalparkfläche beträgt 0,7 %. Zudem bestehen 0,5 % des Nationalparks  aus Wasserflächen.