Walpurgis-Müllsammelaktion von 150 Geocachern
Bundesweit erstmaliges Kooperationsprojekt im Nationalpark Harz
Das Verhältnis von Geocachern, die als Freizeitbeschäftigung so etwas wie eine moderne Schnitzeljagd auf elektronischer Grundlage mit GPS-Geräten betreiben, zum Naturschutz ist nicht immer ohne Spannung. Speziell in Naturschutzgebieten und Nationalparken ist es nur erlaubt, Caches unmittelbar an Wegen zu verstecken. Auch ist es natürlich tabu, Geocaches beispielsweise in Spechthöhlen, an Horstplätze seltener Brutvögel oder in Moore zu legen, wo die Natur Schaden nehmen kann. Diese Regeln sind aber nicht allen bekannt.
Es gilt also, Vorurteile zu überwinden und neue Kooperationen zu entwickeln. Daher hatten sich im Harz der Hannoveraner Geocaching-Experte Markus Gründel und der Nationalpark Harz zusammengetan, um etwas bisher bundesweit Einmaliges zu wagen – eine Umweltaktion von 150 Geocachern in einem Nationalpark. Der von Markus Gründel verfasste Bestseller „Geocaching“ wird von vielen Geocachern übrigens als die „Bibel“ dieses Themas bezeichnet.
Konkret ging es darum, der freien Natur, die die Grundlage des Geocachens ist, etwas zurückzugeben – so wurde am 30.4.2011 einen ganzen Tage lang mit vereinten Kräften Zivilisationsmüll im Nationalpark Harz gesammelt. International werden solche Aktionen von den Geocachern Cito-Aktionen genannt – „Cache in, trash out“ oder sinngemäß auf Deutsch: Wer einen Cache in die Natur einbringt, soll als Ausgleich auch Müll wieder herausbringen. Geocachen für die Natur und nicht gegen sie (www.geocaching.com/cito).
Das Harzer Walpurgistreffen der Geocacher (www.cacherban.de) fand schon zum 6. Mal statt, aber 2011 erstmals unter dem Vorzeichen des Naturschutzes und gemeinsam mit dem Nationalpark. Die 150 Teilnehmer kamen aus dem ganzen Bundesgebiet und den Niederlanden. 2011 fiel Walpurgis mit dem seit 2002 regelmäßig stattfindenden Cito-Wochenende zusammen – so kam es zur Kooperation mit dem Nationalpark Harz.
In Absprache mit dem Nationalpark wurden verschiedene Sammelgebiete definiert, in denen die Geocacher die Hinterlassenschaft vieler Nutzer dieser einmaligen Landschaft einsammelten und zu vier zentralen Sammelpunkten brachten, wo die prallen Müllsäcke von Revierförstern und Rangern des Nationalparks entgegen genommen wurden. Die Aktion startete vormittags auf dem Großparkplatz Torfhaus, wo das Arbeitsmaterial und eine Überraschung direkt von den Organisatoren in Empfang genommen wurde. Für später anreisende Geocacher stand das Arbeitsmaterial im Besucherzentrum TorfHaus zur Abholung bereit. Um 19 Uhr fand der Cito-Event mit einem gemeinsamen Essen in der Bavaria Alm seinen Ausklang, wo auch erstmalig der neue Walpurgis-Geocoin erworben werden konnte.
Besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Sponsoren der Aktion, die Firmen Groundspeak Inc. Seattle und den diesjährigen Cito-Partner Magellan, durch die die Finanzierung des Arbeitsmaterials für die Teilnehmer möglich wurde, sowie die Firma Tupperware.