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06.08.2010

Rotviehbeweidung

Auf den Schierker Feuersteinwiesen im Nationalpark Harz

Die Feuersteinwiesen gehören zu den traditionsreichen Harzer Bergwiesen.

In Zeiten, als die Mahd noch von Hand erfolgte, waren es Mähwiesen. Die Rinderweide erfolgte im Sommer im Wald, das Heu von den Wiesen half über den Winter. Die heute im Nationalpark Harz gelegenen Wiesen sind jedoch mit zahlreichen Felsblöcken "bestreut" und weisen ein intensives Geländerelief auf, so dass eine technische Mahd ausscheidet. Da die Bergwiesen auch im europäischen Schutzgebietssystem NATURA 2000 als wichtiges Schutzgut eine Rolle spielen, müssen sie auf andere Weise genutzt bzw. gepflegt werden. Der Nationalpark Harz hat sie im Rahmen seiner Zonierung als Pflegebereiche in die sog. Nutzungszone eingegliedert. Sie umfasst weniger als 1 % der Nationalparkfläche.


Daher sieht man nun auf den Feuersteinwiesen wieder das Harzer Rotvieh stehen. „Die Nationalparkverwaltung hat mit dem Landwirt Thielecke aus Tanne, der inzwischen wieder einen umfangreichen Bestand dieser gefährdeten Haustierrasse besitzt, einen Versuch der Wiesenpflege durch Beweidung gestartet. Es wird nach einem gangbaren Weg gesucht, die Beweidung so zu gestalten, dass sie der Wirkung der früheren Mahd möglichst nahe kommt“, so Dr. Hans-Ulrich Kison, der Leiter der wissenschaftlichen Forschung des Nationalparks Harz. Neben der reinen Wiesenpflege als Maßnahme des Naturschutzes spielt natürlich auch der Landschaftsaspekt eine Rolle, denn das Harzer Rotvieh gehört zur traditionellen Kulturlandschaft des Harzes. „Es wird daher auch die Anwohner und die Gäste im Harz erfreuen, dieses Bild am Rande des Nationalparks wieder erleben zu können“, so Dr. Kison.


Kleiner Wandertipp: von den Feuersteinwiesen, die vom Schierker Stern durch eine kurze Wanderung erreichbar sind, hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Mittelharz-Hochfläche.


Foto Dr. Gunter Karste

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