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02.06.2009

Lebenshilfe Northeim setzt Weg in Stand

Menschen mit Behinderungen engagieren sich im Nationalpark Harz - Kooperation von Lebenshilfe und EUROPARC Deutschland

Jüngst setzte eine betreute Gruppe der Lebenshilfe Northeim einen Wanderweg im Nationalpark Harz in Stand – eine engagierte Arbeit von Menschen, die es mit ihrer Behinderung nicht leicht haben in der Gesellschaft und die es daher um so mehr zu würdigen gilt. Der reparierte Wanderweg befindet sich knapp nördlich von Torfhaus; koordiniert wurden die Arbeiten von Steffen Küppers, dem Leiter des Nationalpark-Jugendwaldheims Brunnenbachsmühle.


„Menschen mit Behinderung kennen den Wert des Ehrenamts. Ohne freiwillige Arbeit wären viele soziale Projekte und Dienste, auf die sie als Nutzer angewiesen sind, nicht denkbar“, so Andreas Diederichs, der Leiter der Lebenshilfe für Behinderte im Altkreis Northeim e.V., dessen Gruppe die Arbeiten im Nationalpark 2009 durchgeführt hat. Im Sinn einer unbeschränkten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben engagieren sich Menschen mit Behinderung zunehmend selbst für Andere und für die Allgemeinheit. Sie werden bürgerschaftlich aktiv. Vielen von ihnen liegt gerade an einem freiwilligen Engagement für Landschaft und Natur: Eine Kooperation von Lebenshilfe und EUROPARC Deutschland gibt ihnen nun Gelegenheit dazu. Die diesjährigen Aktionen sind als Auftakt für eine längerfristige Zusammenarbeit geplant. Im Frühjahr 2009 waren Menschen mit geistiger Behinderung an bundesweit sieben Standorten im Naturschutz tätig – Nistkästen aufhängen, Ameisennester kartieren, Rastplätze herrichten, eine Orchideenwiese pflegen, ein Waldstück säubern oder einen Krötenwall bauen waren die Aufgaben. Auf Initiative von EUROPARC Deutschland – dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften – und der Bundesvereinigung Lebenshilfe wurden Vor-Ort-Kooperationen lokaler Lebenshilfen und benachbarter Schutzgebiete gegründet, um Menschen mit geistiger Behinderung dieses ehrenamtliche Engagement im Naturschutz zu ermöglichen. Beteiligt sind die Parke und Reservate Harz (Niedersachsen und Sachsen-Anhalt), Bliesgau (Saarland), Kellerwald-Edersee (Hessen), Rhön (Hessen und Bayern), Hainich (Thüringen), Barnim (Berlin/Brandenburg) und TERRA.vita (Niedersachsen) sowie die Lebenshilfen Northeim, Saarpfalz, Waldeck-Frankenberg, Fulda-Hünfeld, Rhön-Grabfeld, Erfurt, Berlin und die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück.


„Der Naturschutz lebt vom Engagement der ganzen Gesellschaft, und nichts spricht gegen einen Einsatz von Menschen mit geistiger Behinderung als Freiwillige in den Schutzgebieten“, freut sich der Geschäftsführer von EUROPARC Deutschland, Axel Tscherniak, über die zusätzliche Hilfe. Auch Ulrich Bauch, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Lebenshilfe, legt Wert darauf, dass der engagierte gesellschaftliche Beitrag geistig behinderter Menschen respektiert wird: „Sie brauchen Unterstützung und unterstützen andererseits gern: Das ist im Prinzip nicht anders als bei nicht behinderten Menschen auch.“


Bewusst hatten die Akteure von Lebenshilfe und Schutzgebieten ihr Beispiel ehrenamtlicher Arbeit in den Rahmen des diesjährigen ARD-Aktionstages zur Themenwoche „Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für die Gesellschaft engagieren“ gestellt. Doch dieser Tag soll nur der Startschuss für längerfristige Engagement-Partnerschaften sein: Interessierte Menschen mit geistiger Behinderung könnten etwa eine Patenschaft für eine Streuobstwiese, Bäume oder ein Stück Wanderweg übernehmen – so werden jetzt schon Pläne für die Zukunft geschmiedet.

Weitere Informationen

Die 1958 gegründete Lebenshilfe ist heute mit fast 530 Orts- und Kreisvereinigungen und rund 135.000 Mitgliedern die größte Selbsthilfeorganisation für Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Familien: www.lebenshilfe.de. Weitere Informationen zum Freiwilligen-Engagement für und von Menschen mit geistiger Behinderung in der Lebenshilfe gibt es unter www.lebenshilfe-aktiv.de.


EUROPARC Deutschland koordiniert seit 2003 ein Freiwilligenprogramm in den Nationalen Naturlandschaften – Nationalparks, Naturparks, Biosphärenreservate – mit inzwischen über 40 eigens qualifizierten Freiwilligenkoordinatorinnen und –koordinatoren vor Ort. Weitere Informationen zum Engagement von „Freiwilligen in Parks“ gibt es unter www.freiwillige-in-parks.de.



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