15.06.2009
GEO-Tag der Artenvielfalt in Sankt Andreasberg
Voller Erfolg für Expertinnen und Experten bei der Artensuche
Bei herrlichstem Sonnenschein konnten die vom Nationalparkhaus Sankt Andreasberg eingeladenen Expertinnen und Experten am GEO-Tag der Artenvielfalt die blühenden Bergwiesen rund um die Nationalparkgemeinde erleben. Auf den Wiesen, an den Bachläufen und in den Wäldern am Rande des Nationalparks galt es, möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten nachzuweisen. Sowohl die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar als auch die Nationalparkverwaltung Harz hatten eine Ausnahmegenehmigung zum Betreten der geschützten Flächen erteilt und einige Gäste nutzten die Gelegenheit, den Experten über die Schulter zu schauen und sich die gefundenen Arten erklären zu lassen. Immerhin weit über 500 Arten wurden dabei von den 15 Expertinnen und Experten notiert.
Wegen der notwendigen Nachbestimmung einiger Tiergruppen wird die
genaue Zahl erst in den nächsten Wochen bekannt sein. Doch auch die
vorläufigen Artenzahlen sind schon beeindruckend:
- Farn- und Blütenpflanzen: 290
- Pilze: mehr als 80
- Spinnen: ca. 50
- Vögel: 43
- Schnecken: 35
Dazu kommen noch Käfer, Schmetterlinge, Säugetiere und andere Gruppen.
Bei dieser Artenfülle wurden natürlich auch Raritäten gefunden. So
freuten sich die Botaniker um Dr. Eckhard Garve und Olaf von
Drachenfels besonders über die Bestätigung des einzigen
niedersächsischen Wuchsortes des Streifenfarns mit dem Namen Asplenium x alternifolium ,
denn dieser kommt in Niedersachsen nur bei Sankt Andreasberg vor. Doch
auch Fieberklee, Arnika und Pyrenäen-Leinblatt sorgten für
Entdeckerfreude. Weniger erfreulich ist das Vorkommen des Salzschwaden
(ein Gras) an Straßenrändern, was wohl auf Streusalzeintrag
zurückzuführen ist. Unter den Spinnen konnte Dr. Peter Sacher die
besonders attraktive Eichblatt-Radspinne vorführen, die auf den Wiesen
nicht selten ist. Für das Pilz-Team konnte Knut Wöldecke den dritten
niedersächsischen Nachweis des Schwarzblauen Rötlings melden. Dieser
wurde zuvor nur je einmal im Harz und einmal in der Heide gefunden.
Walter Wimmer und Karl-Heinz Teichler, die den Schnecken auf der Spur
waren, freuten sich besonders über die Gemeine Schlammschnecke. Sie
wird auch Alpen-Schlammschnecke genannt und fehlt in Norddeutschland.
In und um Sankt Andreasberg lebt das knapp zwei Zentimeter große Tier
in Quellsümpfen und den Oberläufen von Bächen.
Alle Teilnehmer waren begeistert, denn, so Walter Wimmer, Leiter des
Nationalparkhauses und Organisator der Tages vor Ort: „Dank des
herrlichen Sonnenscheins haben sich die prächtig blühenden Bergwiesen
von ihrer schönsten Seite gezeigt, so dass es schon allein eine Freude
war, sich in dieser Landschaft bewegen zu dürfen.“
Unterstützt wurde der Tag durch die Tourist-Info Sankt Andreasberg und
die Verpflegung der Kartiererinnen und Kartierer ermöglichten
Fleischerei Lambertz und Bäckerei Kunze aus Sankt Andreasberg. Die mit
dieser Stärkung erarbeiteten Daten werden künftig auch der Unteren
Naturschutzbehörde und der Nationalparkverwaltung zur Verfügung stehen.
Auch das Lese-Café des Nationalparkhauses wurde bereichert, denn Dr.
Eckhard Garve überreichte ein Exemplar seines vom NLWKN herausgegebenen
Verbreitungsatlasses aller in Niedersachsen wildwachsenden Farn- und
Blütenpflanzen.
Tipp: Ein kleiner Beitrag über den Kartiertag war auch im Fernsehen zu sehen. TV 38 hat über den GEO-Tag der Artenvielfalt in Sankt Andreasberg berichtet. Den Beitrag finden Sie hier ...