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Blick über ein dicht bewaldetes Tal, rechts im Vordergrund Felsen
Vereinfachte Darstellung eines Weges in der Farbe Mittelgrün. Dieses Element wird im unteren Randbereich von Fotos eingesetzt. Es enthält Rubriknamen und das Logo des Nationalparks Harz.

Nationalpark Harz

Erkennungszeichen des ‚Nationalparks Harz‘. Schwarzer Schriftzug ‚Nationalpark Harz‘ kombiniert mit dem ‚Punkt‘ (Grafik). Der Punkt besteht aus 3 mittig aufeinanderliegenden Kreisen. Farben des Punktes von Außen nach Innen: Gelb, Orange, Hellgrün


Wissenschaftliche Tagung im Nationalpark Harz

„Die Flöhe und Wanzen / die gehören auch zum Ganzen“ (Goethe) – Gliedertiere sind gute Indikatoren für den Klimawandel

Jüngst fand im stimmungsvollen Tagungsraum des Evangelischen Zentrums Kloster Drübeck eine wissenschaftliche Tagung zum Thema „Neue Befunde zur Arthropoden-Fauna im Harz“ statt. Gemeinsame Ausrichter dieser Tagung waren die Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt e. V. und die Nationalparkverwaltung.

Was sind „Arthropoden“, so wird sich der nicht mit dem Thema befasste Leser fragen? Die deutsche Übertragung wäre „Gliedertiere“, eine ungemein artenreiche Gruppe, zu der gleichermaßen Insekten, Spinnentiere und Tausendfüßer und Asseln gehören. In seinen Begrüßungsworten wies der Leiter des Nationalparks, Andreas Pusch, darauf hin, dass sich diese von ihrer Größe her eher unscheinbaren Tiere zum „heimlichen Herrscher“ der Wälder aufschwingen können, wie es der Borkenkäfer im Moment eindrucksvoll zeigt. Der kleine Käfer kann bei Massenentwicklung zu einem Lebensraum gestaltenden Faktor werden. Nicht zuletzt sind die Gliedertiere aber Teil einer heute bei weitem noch nicht in allen Bereichen bekannten Biologischen Vielfalt. In den weit verzweigten Nahrungsnetzen bilden sie wiederum die Grundlage für das Auftreten dann so augenfälliger Tierarten wie Lurche, Kriechtiere, Vögel und Säugetiere. In 11 Fachvorträgen berichteten Spezialisten aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg über Ergebnisse ihrer z.T. langjährigen Erfassungsprogramme im Nationalpark. Sehr interessante Ergebnisse wurden zu landläufig sehr wenig bekannten Gruppen wie Kriebelmücken, Eintags-, Stein- und Köcherfliegen und Hundert- und Tausendfüßern mitgeteilt. Die Referenten nahmen dabei stets Bezug zu den Lebensräumen und den dort stattfindenden Veränderungen (Waldentwicklung, Klimawandel). Die z.T. bereits über 20 Jahre laufenden Erfassungsprogramme wurden durch Dr. Peter Sacher, der bis zum Jahr 2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Nationalpark war, angeleitet und initiiert. Er selbst referierte über Ergebnisse zur Erfassung der Spinnenfauna des Nationalparks.

Fazit der Tagung war, dass sich insbesondere die Gliedertiere sehr gut als Indikatorarten für sich verändernde Lebensraumbedingungen sowie der großklimatischen Verhältnisse eignen. Die Arbeiten sollen zukünftig verstärkt in die Analysen zu den Naturwaldforschungsflächen des Nationalparks eingebunden werden. Die Veranstalter waren mit der großen Resonanz auf die Einladung zur Tagung und den mitgeteilten Befunden sehr zufrieden. Gedankt wurde vor allem Dr. Peter Sacher für seine Leistungen beim Aufbau des Arthropoden-Forschungsprogramms sowie dem Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck, das für hervorragende Tagungsbedingungen gesorgt hatte.
Eine gelb-weiß-schwarz gestreifte Wespenspinne in ihrem Netz
Die Wespenspinne breitet sich aus - ein Indiz für den Klimawandel? (Foto: W. Wimmer)

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